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Checkliste: Sparen und Anlegen

15 Fragen zum Vermögensaufbau über 5–10 Jahre und länger. Orientierung: breite Indexfonds, niedrige Kosten und wenige Transaktionen.

Basis: Cashflow

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Kennst du deine monatlichen Fixkosten?Miete, Versicherungen, Handy, Abos.
Hast du eine Notfallreserve, schnell verfügbar und getrennt vom übrigen Ersparten?
Wie viel vom Netto legst du monatlich zurück (Sparen + Investieren)?
Konsumschulden: Ratenkauf (BNPL), Dispo, offener Kreditkartensaldo?Baufinanzierung und günstige Kredite zählen hier nicht.
Liegt Geld in Aktien, das du in den nächsten 3 Jahren brauchst?Eigenkapital für die Wohnung, Auto, Ausbildung.

Struktur: das Depot

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Geld über Reserve und 3-Jahres-Bedarf hinaus ist …
Was kostet dein Depot pro Jahr: Fondskosten (TER) plus Depotgebühren?Gewichtet nach Betrag; Depotgebühren in % des ganzen Depots.
Welcher Anteil liegt in breiten Kern-Indexfonds?Ein Kernfonds hält Hunderte bis Tausende Unternehmen aus vielen Ländern oder einen ganzen Markt.
Wie viele verschiedene Indizes hast du im Depot?Zähl Indizes, nicht Fonds.
Welcher Anteil steckt in Einzelaktien, inklusive Aktien vom Arbeitgeber und RSUs?
Hebelprodukte: CFDs, Optionen, Knock-outs, gehebelte ETFs?

Verhalten: Gewohnheiten

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Wie oft schaust du ins Depot?
Wie viele Positionen hast du im letzten halben Jahr innerhalb von 3 Monaten nach dem Kauf verkauft?Verkäufe zum Rebalancing zählen nicht.
Hast du in den letzten 12 Monaten etwas wegen eines Social-Media-Posts gekauft: Video, Tipp, Tweet?
Wenn dein Depot nächsten Monat 30% verliert, dann …

Geprüft am 30. September 2026. Ein Selbstcheck zur Orientierung, keine Finanzberatung.

Ansatz und Bewertungskriterien

Die Checkliste prüft Budget, Depot und Gewohnheiten nach den Prinzipien langfristigen Indexinvestierens. Grün bedeutet, dass deine Antworten diese Kriterien erfüllen. Es garantiert keine Rendite und zeigt nicht, ob dein Erspartes für deine Ziele reicht.

Warum dieser Ansatz?

Der Check folgt der Bogleheads-Philosophie: regelmäßig anlegen, breit streuen, Kosten niedrig halten und dem Plan folgen. Das verringert die Abhängigkeit von einzelnen Firmen, die Gebühren und den Anreiz, Marktbewegungen vorherzusagen. Auch Indexfonds können fallen; der passende Aktienanteil hängt von Zeitraum, Ziel und Verlusttoleranz ab.

Drei Blöcke

„Basis“ prüft Ausgaben, Reserve, regelmäßiges Sparen und Schulden. „Struktur“ prüft Kosten und die Verteilung der Anlagen. „Verhalten“ prüft Transaktionen und die Reaktion auf Kursverluste. Reserve und Geld für nahe Ziele werden getrennt von langfristigen Anlagen betrachtet.

So entsteht das Ergebnis

  • Die Antworten erscheinen gemischt und ohne Farbe. Die Farben werden sichtbar, sobald alle aktiven Fragen beantwortet sind. Bereits gezeigte Farben bleiben bei geänderten Antworten sichtbar.
  • Bei Kosten und Kernanteil zählt „weiß nicht“ als rote Antwort.
  • Ein Block ist rot, sobald eine Zeile rot ist; grün, wenn keine rot ist und mindestens 60% grün sind (3 von 5, 4 von 6, 3 von 4); sonst gelb.
  • Das Ergebnis ist rot bei mindestens 2 roten Antworten; grün, wenn alle bewerteten Blöcke grün sind; sonst gelb. Wird nur die Basis geprüft, bestimmt ihre Farbe das Ergebnis.
  • In Frage 6 schalten „alles auf Zinskonten und Festgeld“ und „über die Reserve hinaus noch nichts“ die Fragen 7–15 ab. Die erste Antwort ist rot; die zweite wird nicht bewertet.

Woher die Schwellen kommen

Geldchen hat die Schwellen 10%, 0,25%, 60%, 3 Jahre und 30% für diesen Check gewählt. Die Quellen erklären die Prinzipien, belegen aber nicht die Genauigkeit jeder Schwelle. Die 50/30/20-Regel sieht etwa 20% des Nettos für Sparen und Schuldentilgung vor. Hier reichen regelmäßige 10% für eine grüne Antwort.

Was jede Frage erklärt

  1. Fixkosten. Wenn du deine regelmäßigen Ausgaben kennst, kannst du die Reserve bemessen und sehen, wie viel du sparen kannst. Mehr
  2. Reserve. Eine Reserve hilft bei unerwarteten Ausgaben, ohne Kredit oder Verkauf von Anlagen im Abschwung. Mehr
  3. Sparquote. Ein Dauerauftrag nach dem Zahltag macht Sparen regelmäßig. Es hängt weniger davon ab, was am Monatsende übrig bleibt. Mehr
  4. Konsumschulden. Schuldzinsen sind vertragliche Kosten. Anlagerenditen sind ungewiss; Tilgung senkt künftige Zinszahlungen. Mehr
  5. Geld für 3 Jahre. Aktien können Jahre brauchen, um sich von einem Einbruch zu erholen. Ein nahes Sparziel kann einen Verkauf mit Verlust erzwingen. Mehr
  6. Geld über der Reserve. Liegt der Zins nach Steuern unter der Inflation, verliert das Ersparte Kaufkraft. Über lange Zeit summiert sich der Unterschied. Mehr
  7. Laufende Kosten. Gebühren mindern jedes Jahr die Rendite. Über lange Zeit fehlen auch die Erträge, die dieses Geld hätte erwirtschaften können. Mehr
  8. Kernanteil. Breite Indexfonds verringern die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen. Das Risiko eines Markteinbruchs bleibt. Mehr
  9. Anzahl Indizes. Verschiedene Indizes können dieselben Unternehmen enthalten. Ihre Anzahl sagt wenig über die Streuung; hier zählt ein einfacher Aufbau. Mehr
  10. Einzelaktien. Ein hoher Einzelaktienanteil macht das Ergebnis von wenigen Firmen abhängig. Bei Arbeitgeberaktien hängt auch dein Einkommen an derselben Firma. Mehr
  11. Hebel. Hebel verstärken Gewinne und Verluste. Laut ESMA verloren 74–89% der privaten CFD-Konten Geld (2018). Mehr
  12. Nachschauen. Häufiges Nachschauen macht kurzfristige Verluste sichtbarer und kann vom langfristigen Plan ablenken (Benartzi & Thaler, 1995). Mehr
  13. Kurze Haltedauer. In einer US-Studie für 1991–1996 erzielten die aktivsten Anleger 11,4% pro Jahr, der Markt 17,9% (Barber & Odean, 2000). Mehr
  14. Tipps. Ein beliebter Post ersetzt keine Prüfung der Risiken. Die ESMA warnt vor unzuverlässigen Anlageinformationen in sozialen Medien (2021). Mehr
  15. Im Crash. In den USA erzielten Fondsanleger 2016–2025 jährlich 1,2 Prozentpunkte weniger als ihre Fonds. Die Lücke hängt mit dem Zeitpunkt der Ein- und Auszahlungen zusammen (Morningstar, 2026). Mehr
Beispiele für ein grünes Ergebnis

Regelmäßiger Vermögensaufbau

Eine Familie kennt ihre Fixkosten und hält 4 Monatsausgaben auf einem separaten Konto. Nach dem Zahltag spart sie automatisch 12%. Den Kern bilden 1–2 breite Indexfonds mit etwa 0,2% Kosten pro Jahr. Einzelaktien liegen unter 15%; Hebelprodukte fehlen. Die Familie prüft das Depot quartalsweise und folgt ihrem Plan.

Der Neustart

Im ersten Jahr nach dem Umzug baut eine Familie die Reserve auf. Danach legt sie regelmäßig 10% in einen breiten Indexfonds an. Kleine Beträge allein verhindern kein grünes Ergebnis: Der Check bewertet die Organisation des Ersparten und die Gewohnheiten.

Das sind fiktive Beispiele. Bei sonst gleichen Antworten erhalten regelmäßige Sparquoten von 10% und 40% dieselbe Farbe. Ob das für einen frühen Ruhestand (FIRE) reicht, prüft der Check nicht.

Fragen und Antworten

Keine Rechts- oder Finanzberatung.

Ist diese Checkliste eine Anlageberatung?

Nein. Das ist ein Lernangebot mit ausgewählten Kriterien. Der Check wählt keine Produkte und berücksichtigt nicht deine gesamte Situation. Für einen persönlichen Plan können Berechnungen für konkrete Ziele oder eine unabhängige Beratung nötig sein.

Warum zählt „weiß nicht“ als Rot?

Ohne diese Zahlen lassen sich Kosten und Verteilung schwer beurteilen. Die TER findest du in den Fondsunterlagen, Depotgebühren im Preisverzeichnis des Brokers. Den Anteil breiter Indexfonds kannst du anhand der Anlagebeträge berechnen.

Warum ist Geld auf dem Tagesgeldkonto eine rote Zeile?

Der Check richtet sich auf langfristiges Investieren, deshalb wird das Fehlen von Marktanlagen rot markiert. Liegt der Zins nach Steuern unter der Inflation, verliert das Ersparte Kaufkraft. Für die Reserve und nahe Ziele zählen Verfügbarkeit und Werterhalt. Rot ist hier ein Anlass, Zeitraum und Sparziel zu prüfen.

Gibt mehr Sparen ein besseres Ergebnis?

Nein. Regelmäßig direkt nach dem Zahltag gesparte 10% und 45% ergeben dieselbe grüne Antwort. Ob der Betrag für dein Ziel reicht, braucht eine eigene Berechnung von Zeitraum und Sparrate.

Warum machen zwei rote Zeilen das ganze Ergebnis rot?

Das ist die Wertungsregel: Zwei rote Antworten ergeben Rot, jede Frage hat dasselbe Gewicht. Sie markiert mehrere Abweichungen von den Kriterien und berechnet keine Verlustwahrscheinlichkeit. Wird nur die Basis geprüft, reicht eine rote Antwort.

Speichert ihr meine Antworten?

Nein. Die Berechnung läuft im Browser; die Antworten stehen hinter dem # in der Adresse. Dieser Teil wird nicht an den Server gesendet. Der Ergebnislink enthält deine Antworten: Wer ihn von dir erhält, kann sie sehen.

Quellen
  1. Bogleheads wiki — Bogleheads® investment philosophy (2026), https://www.bogleheads.org/wiki/Bogleheads%C2%AE_investment_philosophy
  2. Bogleheads wiki — Three-fund portfolio (2026), https://www.bogleheads.org/wiki/Three-fund_portfolio
  3. Warren, E., Warren Tyagi, A. — All Your Worth, Free Press: die 50/30/20-Regel (2005), https://www.simonandschuster.com/books/All-Your-Worth/Elizabeth-Warren/A-Guide-to-Personal-Finances/9780743269889
  4. Barber, B. M., Odean, T. — Trading Is Hazardous to Your Wealth, Journal of Finance 55(2) (2000), https://doi.org/10.1111/0022-1082.00226
  5. Benartzi, S., Thaler, R. H. — Myopic Loss Aversion and the Equity Premium Puzzle, QJE 110(1) (1995), https://doi.org/10.2307/2118511
  6. Morningstar — Mind the Gap 2026: Lücke von 1,2 Prozentpunkten pro Jahr, 10 Jahre bis 2025 (August 2026), https://www.morningstar.com/business/insights/research/mind-the-gap
  7. ESMA — Beschränkung von CFDs für Privatanleger, 74–89% der Konten im Minus (27. März 2018), https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-agrees-prohibit-binary-options-and-restrict-cfds-protect-retail-investors
  8. ESMA — Risiken von Aktienhandel nach Social-Media-Signalen (17. Februar 2021), https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-highlights-risks-retail-investors-social-media-driven-share-trading