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30 Minuten mit KI: Deutsche Finanzen verstehen

Zehn Prompts, die die Grundlagen der deutschen persönlichen Finanzen abdecken. Kopieren Sie jeden in ChatGPT, Claude oder Ihre KI der Wahl. Planen Sie 30 Minuten ein — drei Minuten pro Frage, plus Zeit für Nachfragen zu dem, was Sie überrascht.

Für wen ist das?

Sie arbeiten in der Tech-Branche (oder einem ähnlich gut bezahlten Bereich). Sie haben ein gutes Gehalt. Sie sind fähig, Dinge herauszufinden — Sie hatten nur noch keine Zeit, das hier herauszufinden.

Sie kennen die Grundlagen. Sie haben ein Bankkonto. Sie zahlen Steuern. Aber Sie vermuten, dass Ihnen Optimierungsmöglichkeiten entgehen, und das deutsche System fühlt sich noch undurchsichtig an.

Wie Sie diese Anleitung nutzen

  1. Kopieren Sie jeden Prompt in Ihre KI der Wahl
  2. Lesen Sie die Antwort und bemerken Sie, was neu oder überraschend ist
  3. Stellen Sie Nachfragen basierend auf Ihrer spezifischen Situation
  4. Speichern Sie alles, was Sie später verifizieren oder umsetzen müssen
Zur Erinnerung

KI ist ein Tutor, kein Berater. Diese Prompts helfen Ihnen, das System zu verstehen. Sie sagen Ihnen nicht, was Sie tun sollen.

Die 10 Fragen

1. Notgroschen: Wie viel ist wirklich genug?

Prompt:

Ich verdiene rund €75.000 brutto in Deutschland und habe eine stabile Tech-Anstellung. Was ist ein angemessenes Ziel für einen Notgroschen? Berücksichtige deutsche Besonderheiten wie Kündigungsschutz, Anspruch auf Arbeitslosengeld und typische Kündigungsfristen. Wie verändert das deutsche Sicherheitsnetz die Rechnung im Vergleich zu den USA?

Worauf Sie achten sollten: Das Kündigungsschutzgesetz sieht Mindestkündigungsfristen ab 4 Wochen vor [1]. Das Arbeitslosengeld I ersetzt 60-67% des vorherigen Nettoeinkommens für bis zu 12 Monate [2]. Das bedeutet, dass die klassische amerikanische „6 Monatsausgaben"-Regel möglicherweise übertrieben ist — aber die Berechnung hängt von Visumstatus, Vertragstyp und Ihrer Risikotoleranz ab.

2. Kapitalertragsteuer: Was nimmt Deutschland tatsächlich?

Prompt:

Erkläre, wie die Kapitalertragsteuer in Deutschland funktioniert. Decke den Pauschalsatz, den Solidaritätszuschlag, die Kirchensteuer falls zutreffend, und den Sparerpauschbetrag ab. Wenn ich €20.000 in einen ETF investiere und er über mehrere Jahre auf €30.000 wächst, führe mich durch, was ich beim Verkauf tatsächlich schulden würde.

Worauf Sie achten sollten: Der Pauschalsatz beträgt 25% (Abgeltungsteuer) plus Solidaritätszuschlag 5,5% der Steuer und ggf. Kirchensteuer 8-9% [3]. Der Sparerpauschbetrag beträgt €1.000/Jahr für Singles, €2.000 für Verheiratete (Stand 2024) [4], gilt aber nur bei Einreichung eines Freistellungsauftrags bei Bank oder Broker. Die Vorabpauschale bedeutet, dass Sie Steuer auf unrealisierte Gewinne zahlen, noch bevor Sie verkaufen [5].

3. ETF-Investitionen: Deutschland-spezifische Überlegungen

Prompt:

Ich möchte von Deutschland aus in ETFs investieren. Erkläre den Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs aus deutscher Steuerperspektive. Was ist die Vorabpauschale und warum ist sie wichtig? Gibt es Gründe, einen Typ dem anderen für einen langfristigen Anleger vorzuziehen?

Worauf Sie achten sollten: Das Investmentsteuerreformgesetz von 2018 hat die Besteuerung von thesaurierenden und ausschüttenden ETFs vereinheitlicht [6]. Unterschiede bei Cashflow und Verwaltungsaufwand bleiben. Die Vorabpauschale ist eine jährliche Steuer auf unrealisierte Gewinne, berechnet auf Basis eines Basiszinssatzes und automatisch vom Broker einbehalten [7].

4. Finanzen mit dem Partner kombinieren

Prompt:

Mein Partner und ich arbeiten beide in Deutschland (beide verdienen €60-80k). Wir überlegen, wie wir unsere Finanzen gemeinsam strukturieren. Erkläre die steuerlichen Auswirkungen einer Heirat (Steuerklassenwahl, Ehegattensplitting), ob Gemeinschaftskonten rechtliche Implikationen in Deutschland haben, und welche finanziellen Überlegungen wichtig sind, wenn wir nicht verheiratet sind, aber zusammenleben.

Worauf Sie achten sollten: Die Ehe bietet in Deutschland erhebliche Steuervorteile bei ungleichen Einkommen durch Ehegattensplitting, aber viel weniger bei ähnlichen Einkommen [8]. Unverheiratete Partner (ohne Ehe oder eingetragene Partnerschaft) haben keine automatischen rechtlichen Schutzmaßnahmen bei Erbschaft, Besteuerung und medizinischen Entscheidungen [9]. Das überrascht Menschen aus Ländern mit Anerkennung eheähnlicher Lebensgemeinschaften.

5. Die Kauf-vs-Miete-Berechnung in Deutschland

Prompt:

Hilf mir, die Kauf-vs-Miete-Entscheidung speziell für Deutschland durchzudenken. Ich bin in München/Berlin/Hamburg und verdiene €85.000. Was sind die tatsächlichen Transaktionskosten beim Kauf (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler)? Wie beeinflussen diese Vorabkosten den Break-even-Zeitpunkt? Was ist das ungefähre Preis-Miete-Verhältnis in großen deutschen Städten, und was sagt mir dieses Verhältnis?

Worauf Sie achten sollten: Transaktionskosten beim Kauf in Deutschland umfassen Grunderwerbsteuer (3,5-6,5% je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1,5%), Grundbucheintragung (ca. 0,5%) und Maklercourtage (bis zu 7,14% je nach Region) [10]. Summe: 10-15% des Kaufpreises — deutlich höher als in vielen Ländern. Das verschiebt den Break-even-Punkt erheblich. Preis-Miete-Verhältnisse in vielen deutschen Städten liegen über 25, was auf finanzielle Rationalität des Mietens kurz- bis mittelfristig hindeutet [11].

6. Arbeitgeber-Aktien: Stock Options und RSUs in Deutschland

Prompt:

Mein Arbeitgeber gewährt mir Stock Options (oder RSUs). Erkläre, wie diese in Deutschland besteuert werden — sowohl beim Vesting als auch beim Verkauf. Was ist der €1.440 steuerfreie Freibetrag für Mitarbeiteraktien? Welche häufigen Fehler machen Menschen mit Aktienvergütung in Deutschland?

Worauf Sie achten sollten: Deutschland besteuert Aktienvergütung beim Vesting (für RSUs) oder Ausübung (für Optionen) als Arbeitseinkommen nach progressiven Steuersätzen (bis zu 45% plus Solidaritätszuschlag) [12]. Es gibt eine Steuerbefreiung bis zu €1.440/Jahr für Mitarbeiteraktien unter bestimmten Bedingungen [13]. Das kann zu großen Steuerrechnungen führen, bevor Sie Bargeld erhalten. Der Zeitpunkt des Aktienverkaufs ist eine Steuerfrage, nicht nur eine Investitionsfrage.

7. Ihre Gehaltsabrechnung: Brutto zu Netto verstehen

Prompt:

Führe mich durch eine deutsche Gehaltsabrechnung für jemanden, der €80.000 brutto jährlich verdient, Steuerklasse 1, keine Kirchensteuer, in Bayern. Schlüssle jeden Abzug auf: Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung. Was ist das ungefähre monatliche Nettoeinkommen?

Worauf Sie achten sollten: Deutsche Sozialabgaben sind erheblich — etwa 20% des Bruttogehalts für Arbeitnehmer (Rentenversicherung 9,3%, Krankenversicherung 7,3%, Arbeitslosenversicherung 1,3%, Pflegeversicherung 1,7% Stand 2024), wobei der Arbeitgeber etwa das Gleiche zahlt [14]. Ihre Gehaltsabrechnung zu verstehen hilft Ihnen, bei Gehaltsverhandlungen in Nettoeinkommen zu denken — das ist, was für Ihr Budget tatsächlich zählt.

8. Nach dem Notgroschen: Was kommt als nächstes?

Prompt:

Ich habe meinen Notgroschen angelegt (€15.000 auf einem Tagesgeldkonto). Ich kann zusätzlich €1.500/Monat sparen. Führe mich durch das Entscheidungs-Framework für den nächsten Schritt im deutschen Kontext: Schulden abbezahlen vs. investieren, betriebliche Altersvorsorge (bAV) vs. privates Investieren, Riester vs. ETF, und so weiter. Was sind die wichtigsten Abwägungen?

Worauf Sie achten sollten: Die Reihenfolge der Prioritäten hängt von Details ab — besonders ob Ihr Arbeitgeber Matching für die bAV anbietet. Arbeitgeber-Matching stellt garantierte Renditen dar. Nach Nutzung des Arbeitgeber-Matchings überwiegt die Flexibilität von ETF-Investitionen oft die Steuervorteile gesperrter Altersvorsorgeprodukte wie Riester-Rente, aber die Berechnung hängt von Alter, Horizont und erwarteten Renditen ab [15].

9. Ihre Risikoallokation verstehen

Prompt:

Ich bin 32, arbeite in Tech, habe ein stabiles Einkommen und einen langen Zeithorizont. Hilf mir, über Asset Allocation im deutschen Kontext nachzudenken. Welche Rolle spielt die gesetzliche Rente als „anleihenähnliches" Asset in meinem Portfolio? Wie denke ich über mein Humankapital (zukünftige Einkommen) bei der Entscheidung, wie aggressiv ich investieren sollte?

Worauf Sie achten sollten: Wenn Sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, haben Sie bereits ein signifikantes risikoarmes Asset in Ihrem Portfolio. Rentenbeiträge betragen 18,6% des Bruttogehalts (Hälfte vom Arbeitgeber gezahlt) [16]. Ihre zukünftige Verdienstkraft (Humankapital) ist ebenfalls ein Asset. Eine junge Person mit stabilem Einkommen und Jahrzehnten an Beiträgen vor sich könnte rational mehr Aktien in ihrem Anlageportfolio halten, als altersbasierte Standardformeln wie „100 minus Alter" nahelegen.

10. Wann lohnt sich professionelle Beratung?

Prompt:

Was ist in Deutschland der Unterschied zwischen einem Finanzberater, Versicherungsmakler, Honorarberater und Steuerberater? Wie wird jeder vergütet (Provision vs. Honorar)? Für jemanden mit einer unkomplizierten Situation (angestellt, investiert in ETFs, kauft eventuell Immobilien), wann macht es tatsächlich Sinn, für professionelle Beratung zu zahlen?

Worauf Sie achten sollten: Das Vergütungsmodell ist wichtig. Provisionsbasierte Berater (viele Finanzberater und Versicherungsmakler) verdienen Provisionen von Produkten, die sie verkaufen, was Interessenkonflikte schafft [17]. Honorarberater berechnen Kunden direkt und erhalten keine Produktprovisionen, was Interessenkonflikte reduziert [18]. Steuerberater sind von der Steuerberaterkammer regulierte lizenzierte Fachleute, die auf Steuerfragen spezialisiert sind [19]. Wissen Sie, mit wem Sie sprechen und wie sie ihr Geld verdienen.

Was tun nach diesen 30 Minuten

Sie haben jetzt eine Grundlage. Sie verstehen die Landschaft besser als zuvor.

Wenn...Dann...
Sie etwas überrascht hatGehen Sie tiefer. Stellen Sie Nachfragen. Suchen Sie offizielle Quellen.
Sie etwas direkt betrifftVerifizieren Sie es. Prüfen Sie die Finanzamt-Website, BaFin-Publikationen, oder fragen Sie einen Fachmann.
Sie bereit sind zu handelnFangen Sie klein an. Richten Sie Ihren Freistellungsauftrag ein. Eröffnen Sie ein Depot. Wählen Sie einen einzigen kostengünstigen globalen ETF. Warten Sie nicht auf perfektes Wissen.
Ihre Situation komplex istErwägen Sie, einen Steuerberater oder Honorarberater für spezifische Beratung zu bezahlen.

Bonus-Prompts für spezifische Situationen

Wenn Sie Deutschland verlassen könnten

Was passiert mit meinen deutschen Rentenbeiträgen (gesetzliche Rentenversicherung), wenn ich Deutschland vor der Rente verlasse? Was ist die Mindestbeitragszeit? Was wenn ich innerhalb der EU umziehe vs. außerhalb?

Wenn Sie über Freiberuflichkeit nachdenken

Was sind die finanziellen Implikationen des Wechsels von Anstellung zu Freiberuflichkeit (Freiberufler oder Gewerbe) in Deutschland? Wie funktioniert die Krankenversicherung? Was ist mit den Rentenpflichten?

Wenn Sie über Kinder nachdenken

Welche finanziellen Leistungen gibt es für Eltern in Deutschland? Behandle Elterngeld, Kindergeld, Kinderfreibetrag, und wie sich Steuerklassen ändern könnten.

Wenn Sie Erbschaftsfragen haben

Wie funktioniert die Erbschaft- und Schenkungsteuer in Deutschland? Was sind die Freibeträge zwischen verschiedenen Familienmitgliedern?

Letzte Erinnerung

KI hat Ihnen geholfen, diese Konzepte zu lernen. Sie kennt nicht Ihre spezifische Situation, Ihre echte Risikotoleranz oder Ihre Zukunft. Nutzen Sie das Gelernte, um Ihre eigenen Entscheidungen zu treffen — oder um bessere Fragen zu stellen, wenn Sie einen Fachmann konsultieren.

Quellen

[1] Bundesministerium der Justiz — Kündigungsschutzgesetz (KSchG) § 622 Kündigungsfristen, https://www.gesetze-im-internet.de/kschg/__622.html

[2] Bundesagentur für Arbeit — Arbeitslosengeld I: Anspruch, Höhe, Dauer, https://www.arbeitsagentur.de/finanzielle-hilfen/arbeitslosengeld

[3] Bundesministerium der Finanzen — Abgeltungsteuer, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Abgeltungsteuer/abgeltungsteuer.html

[4] Bundesministerium der Finanzen — Sparer-Pauschbetrag, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Glossareintraege/S/Sparer-Pauschbetrag.html

[5] BaFin — Investmentsteuerreform: Vorabpauschale, https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/GeldanlageWertpapiere/Investmentfonds/investmentsteuerreform_node.html

[6] Gesetze im Internet — Investmentsteuergesetz (InvStG), gültig seit 1. Januar 2018, https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/

[7] Deutsche Bundesbank — Investmentsteuerreform 2018, Monatsbericht Januar 2018, https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/investmentsteuerreform-2018

[8] Bundesministerium der Finanzen — Ehegattensplitting, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Glossareintraege/E/Ehegattensplitting.html

[9] Bundesministerium der Justiz — Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG), https://www.gesetze-im-internet.de/lpartg/

[10] Notarkammer — Notar- und Gerichtskosten beim Immobilienkauf, https://www.notare.de/kosten

[11] Deutsche Bundesbank — Preise für Wohnimmobilien sanken 2023 deutlich; Mieten stärker unter Druck, Monatsbericht Oktober 2023, https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/preise-fuer-wohnimmobilien-sanken-2023-deutlich-mieten-staerker-unter-druck-925398

[12] Bundesministerium der Finanzen — Besteuerung von Mitarbeiteraktien und Stock Options, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Lohnsteuer/lohnsteuer.html

[13] Bundesministerium der Justiz — Einkommensteuergesetz (EStG) § 3 Nr. 39, https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html

[14] Bundesministerium für Arbeit und Soziales — Sozialversicherungsbeiträge 2024, https://www.bmas.de/DE/Soziales/Sozialversicherung/sozialversicherung.html

[15] Stiftung Warentest — Riester-Rente vs. ETF-Sparplan: Was lohnt sich mehr?, https://www.test.de/thema/altersvorsorge/

[16] Deutsche Rentenversicherung — Rentenversicherungsbeitrag 2024, https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/Wissenswertes-zur-Rente/FAQs/beitragssatz.html

[17] BaFin — Vergütung von Finanzanlagenvermittlern, https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/Beschwerde/FinVermV/finvermv_node.html

[18] Bundesverband der Honorarberaterinnen und Honorarberater — Was ist Honorarberatung?, https://www.bvhi.de/

[19] Bundessteuerberaterkammer — Beruf Steuerberater, https://www.bstbk.de/