Erste Geldchen-Studie: zwei Wege zur Stabilität
Diese Seite ist eine Übersetzung; das Original ist auf Russisch: https://geldchen.com/research/money-after-moving-results/
Hallo, ich heiße Maxim und bin Co-Autor (+KI) von Geldchen, einem Wiki über persönliche Finanzen in Deutschland.
Wir haben schon viele Artikel zu den wichtigsten Finanzthemen gesammelt. Weil uns aber Informationen darüber fehlten, welche Themen normalerweise Fragen aufwerfen, haben wir eine Umfrage gemacht und sie in russischsprachigen Telegram-Kanälen verbreitet.
Unten stehen die wichtigsten Ergebnisse: wie finanziell stabil die Menschen in der befragten Stichprobe sind, wie hoch ihre Ersparnisse und Einkommen sind, mit welchen schwierigen Fragen sie zu tun hatten.
Die Studie ist nicht akademisch. Sie soll zeigen, in welche Richtung die künftigen Artikel des Portals und die Produktentwicklung gehen, aber ich denke, einige der gefundenen Zusammenhänge sind durchaus allgemeingültig.
Ich hoffe, du findest in den Ergebnissen etwas Neues für dich oder eine Antwort auf eine alte Frage.
Danke, Maxim - [email protected]
Die wichtigsten Thesen:
- Nach gängigen Kennzahlen stehen 75% der Befragten finanziell stabil da - genau auf dem Niveau Deutschlands in der OECD-Studie.
- Die Hälfte der Haushalte (ungefährer Median) hat ein Nettoeinkommen ab 5.000 €. Das entspricht etwa dem deutschen Median für Familien mit Kindern und rund zwei durchschnittlichen Berliner Haushalten.
- Der auffälligste Befund: Menschen mit einer Rücklage ab drei Monaten Fixkosten berichteten dreimal seltener von hoher finanzieller Anspannung als diejenigen ohne eine solche Rücklage.
- Wohnen (Kauf oder Miete) - das am häufigsten genannte Thema unter den schwierigen Fragen.
Versuch einer Deutung (zwei Schlüsselgruppen):
Stabilität und Instabilität hängen mit dem Einkommen, der Rücklage und vermutlich mit dem Ausgabenniveau zusammen (in erster Linie beim Wohnen).
Zur „stabilen“ Gruppe zu gehören garantiert kein Glück: Die Einkommensgruppen verbesserten die allgemeine Zufriedenheit nicht.
- Die kurzfristige finanzielle Stabilität ist bei vielen Befragten offensichtlich. Die Mehrheit ist seit mindestens drei Jahren in Deutschland, hat eine Arbeit auf demselben Niveau wie vor dem Umzug oder höher, ein gleiches oder höheres Einkommen und eine Rücklage.
- Andererseits: Wenn man die relative Einkommensgruppe vor dem Umzug danebenlegt - Bewohner großer Städte, Hochschulabschluss, Fremdsprachenkenntnisse, stabile Arbeit (zwei Einkommen in der Familie) -, lässt sich vermuten, dass ein erheblicher Teil der Gruppe vom Einkommensniveau der oberen 10% auf 50–60% innerhalb des Landes gewechselt ist. Wahrscheinlich sind Einkommen und Lebensstandard bei vielen an sich nicht gesunken, aber die vergleichende Einkommensklasse (hoch → mittel) hat das Gefühl für den Lebensstandard verändert.
Was mit Instabilität korrelierte: Die Gruppe mit dem niedrigeren Haushaltseinkommen besteht häufiger aus kürzlich Angekommenen (0–3 Jahre), mit Arbeit auf niedrigerem Niveau oder in einer anderen Richtung.
Zum Teil ist das ein vorübergehender Effekt und zugleich eine direkte Antwort auf die Bedeutung der Karriere-Aktivierung (Rückkehr auf das frühere Niveau) und/oder der Aktivierung des Partners.
Beide Gruppen nannten Wohnen als Frage Nr. 1 - vermutlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Für die einen ist es ein großer (oft der größte) Ausgabenposten und Teil des „Fixkosten“ - bei Menschen, die erst vor Kurzem umgezogen sind und relativ wenig verdienen. Für die anderen gehört es zu einer Klasse von Aufgaben, „Investieren“, zusammen mit Fragen der langfristigen Finanzen (Rente) und der Finanzprodukte.
Um den allgemeinen Teil der Ergebnisse abzuschließen: unerwartete Entdeckungen haben wir nicht gesehen.
Für die Stichprobe gibt es jetzt eine klare Zahl - 75% derjenigen, die eine unerwartete Ausgabe von 1.000 € stemmen können, mit Arbeit auf dem früheren Niveau und einer Rücklage ab drei Monaten. Das gilt nur für sie, nicht für die russischsprachige Bevölkerung Deutschlands insgesamt. Ihr Interesse liegt darin, die eigene Position zu festigen - Investieren, eigenes Wohneigentum, Rente.
Andererseits ist auch der Anteil derer mit hohem, fast täglichem Finanzstress erheblich - bei 25%; vermutlich ist die Frage nach langfristiger Arbeit und dem Aufbau einer Rücklage offen.
Ihre Interessen verteilen sich breiter, umfassen aber deutlich Versicherungen, Fixkosten und immer noch Wohnen an erster Stelle, offenbar als größten Ausgabenposten. Das ist der Weg zur Stabilisierung, nicht das Ankommen dort.
Und nun zum Überblick über die Studie.
1. Wer die Mehrheit ist
Unter 45 Jahre, bis zu fünf Jahre in Deutschland, Einkommen um die 5.000 €, Arbeit als Grund für den Umzug.
Haben ihr Arbeitsniveau gehalten, planen in Deutschland zu bleiben.
Wer geantwortet hat: Anteile aller 118 Befragten in sechs Fragen. Die größte Gruppe je Panel ist in Vollfarbe hervorgehoben.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Alter: 18–24 | 5 | 4% | 2–10 |
| Alter: 25–34 | 42 | 36% | 28–45 |
| Alter: 35–44 | 49 | 42% | 33–51 |
| Alter: 45–54 | 22 | 19% | 13–27 |
| Wie lange in Deutschland: Weniger als ein Jahr | 7 | 6% | 3–12 |
| Wie lange in Deutschland: 1–2 Jahre | 29 | 25% | 18–33 |
| Wie lange in Deutschland: 3–5 Jahre | 50 | 42% | 34–51 |
| Wie lange in Deutschland: 6–10 Jahre | 21 | 18% | 12–26 |
| Wie lange in Deutschland: Mehr als 10 Jahre | 11 | 9% | 5–16 |
| Hauptgrund für den Umzug: Arbeit oder Selbstständigkeit | 53 | 45% | 36–54 |
| Hauptgrund für den Umzug: Sicherheit oder Krieg | 34 | 29% | 21–38 |
| Hauptgrund für den Umzug: Studium | 11 | 9% | 5–16 |
| Hauptgrund für den Umzug: Anderes | 10 | 8% | 5–15 |
| Hauptgrund für den Umzug: Aufnahmeprogramme | 6 | 5% | 2–11 |
| Hauptgrund für den Umzug: Partner oder Familie | 4 | 3% | 1–8 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: unter 2.000 € | 9 | 8% | 4–14 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: 2.000–3.499 € | 18 | 15% | 10–23 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: 3.500–4.999 € | 27 | 23% | 16–31 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: 5.000–7.499 € | 37 | 31% | 24–40 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: 7.500 € oder mehr | 15 | 13% | 8–20 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: Einkommen schwankt stark | 5 | 4% | 2–10 |
| Haushaltsnettoeinkommen im Monat: Möchte ich nicht sagen | 7 | 6% | 3–12 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Branche ähnlich, Niveau gleich | 51 | 43% | 35–52 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Branche ähnlich, Niveau höher | 23 | 19% | 13–28 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Branche ähnlich, Niveau niedriger | 15 | 13% | 8–20 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Studium/Umschulung | 8 | 7% | 3–13 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Arbeite derzeit nicht | 7 | 6% | 3–12 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Vorher nicht gearbeitet | 5 | 4% | 2–10 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Andere Branche, freiwillig | 4 | 3% | 1–8 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Andere Branche, gezwungen | 4 | 3% | 1–8 |
| Arbeit im Vergleich zu vor dem Umzug: Möchte ich nicht sagen | 1 | 1% | 0–5 |
| Pläne für 3–5 Jahre: In Deutschland bleiben | 91 | 77% | 69–84 |
| Pläne für 3–5 Jahre: Weiß noch nicht | 14 | 12% | 7–19 |
| Pläne für 3–5 Jahre: In ein anderes Land ziehen | 12 | 10% | 6–17 |
| Pläne für 3–5 Jahre: Ins frühere Land zurück | 1 | 1% | 0–5 |
2. Das Medianeinkommen - durchschnittlich oder über dem gesamtdeutschen
Insgesamt verdient die befragte Gruppe (nach 3–5 Jahren im Land) genauso viel oder mehr als eine durchschnittliche Familie.
Aus der Umfrage lässt sich nicht sagen, ob das gut ist: Haben sich die Menschen wirtschaftlich angepasst, oder verdienen hoch qualifizierte Fachkräfte „durchschnittlich“?
Die Einkommensspannen aus der Umfrage als Anteile der Antwortenden, danach auf einer Euro-Skala neben vier Referenzwerten für Deutschland und Berlin.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| bis 2.000 € | 9 | 8% | 5–15 |
| 2.000–3.499 € | 18 | 17% | 11–25 |
| 3.500–4.999 € | 27 | 25% | 18–35 |
| 5.000–7.499 € | 37 | 35% | 27–44 |
| 7.500 €+ | 15 | 14% | 9–22 |
| Referenz: Berlin, average household (Mikrozensus 2023) | 2.575 € | ||
| Referenz: Germany, couples without children (EU-SILC 2025) | 4.000 € | ||
| Referenz: Germany, median household (EU-SILC 2025) | 3.176 € | ||
| Referenz: Germany, couples with children (EU-SILC 2025) | 5.502 € | ||
| Umfrage-Median (von 106 mit Einkommensangabe), an der Grenze der Spannen | 5.000 € |
3. Benchmarking: 75% decken ihre Fixkosten ohne Probleme und haben drei Monate Rücklage
25% der Befragten kommen mit drei Monaten Einkommensverlust nicht zurecht. Wieder ein durchschnittlich deutsches Niveau.
Drei Fragen: die letzten drei Monate, dieser Monat und die vorhandene Rücklage. Die Hauptfarbe steht für die „bestandene“ Antwort, der Akzent für den Engpass.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Fixkosten in den letzten drei Monaten: Nie schwierig gewesen | 100 | 85% | 77–90 |
| Fixkosten in den letzten drei Monaten: Mindestens einmal schwierig | 14 | 12% | 7–19 |
| Fixkosten in den letzten drei Monaten: Weiß nicht | 4 | 3% | 1–8 |
| Unerwartete Ausgabe von 1.000 € in diesem Monat: Aus Geld oder Ersparnissen | 90 | 76% | 68–83 |
| Unerwartete Ausgabe von 1.000 € in diesem Monat: Anders: Einkommen, Familie, Kredit | 24 | 20% | 14–28 |
| Unerwartete Ausgabe von 1.000 € in diesem Monat: Könnte wohl nicht bezahlen | 4 | 3% | 1–8 |
| Rücklage, wenn das Einkommen heute endet (114 Antworten): 3 Monate und mehr | 86 | 75% | 67–82 |
| Rücklage, wenn das Einkommen heute endet (114 Antworten): Weniger als 3 Monate | 28 | 25% | 18–33 |
Wie lange würden die Ersparnisse reichen, wenn das Einkommen heute endet? Die gestrichelte Linie ist die Drei-Monats-Schwelle für finanzielle Resilienz nach OECD/INFE.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Bis 1 Monat | 7 | 6% | 3–12 |
| 1–2 Monate | 21 | 18% | 12–27 |
| 3–5 Monate | 25 | 22% | 15–30 |
| 6–11 Monate | 21 | 18% | 12–27 |
| 12+ Monate | 40 | 35% | 27–44 |
| Referenz: Erwachsene in Deutschland, BaFin/OECD 2022 | 75% | ||
| Referenz: OECD-Länder, 2023 | 49% | ||
| Referenz: 39 Länder, OECD/INFE 2023 | 43% |
4. Ein Polster von drei Monatsausgaben senkt die Antworten über „tägliche Sorgen“ auf ein Drittel
Stress und Einschränkungen im Alltag nach Größe der Rücklage. Die Akzentfarbe markiert die Gruppe unter der Schwelle.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Stress oft oder fast täglich: Rücklage unter 3 Monaten (n=28) | 15 | 54% | 36–70 |
| Stress oft oder fast täglich: 3 Monate und mehr (n=84) | 14 | 17% | 10–26 |
| Stress zumindest manchmal: Rücklage unter 12 Monaten (n=74) | 50 | 68% | 56–77 |
| Stress zumindest manchmal: 12 Monate und mehr (n=38) | 16 | 42% | 28–58 |
| Finanzen schränken Wichtiges zumindest etwas ein: Rücklage unter 12 Monaten (n=71) | 51 | 72% | 60–81 |
| Finanzen schränken Wichtiges zumindest etwas ein: 12 Monate und mehr (n=40) | 16 | 40% | 26–55 |
5. Arbeit in derselben Position - ein großer Faktor beim Aufbau der Rücklage
Ähnliche Branche auf gleichem Niveau oder höher (71 Personen) gegen Branchenwechsel, Abstieg, Studium oder keine Arbeit (37).
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Rücklage unter drei Monaten: Niveau gehalten (n=71) | 14 | 20% | 12–30 |
| Rücklage unter drei Monaten: Branche/Niveau geändert (n=37) | 14 | 38% | 24–54 |
| Stress zumindest manchmal: Niveau gehalten (n=71) | 41 | 58% | 46–69 |
| Stress zumindest manchmal: Branche/Niveau geändert (n=37) | 24 | 65% | 49–78 |
6. Aber die Rücklage allein bringt keine Zufriedenheit
Sie beseitigt allgemeine Unzufriedenheit, aber nicht umgekehrt.
Zufriedenheit mit den Finanzen des Haushalts nach Größe der Rücklage, ein Panel je Antwortgruppe.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Eher unzufrieden oder sehr unzufrieden (Schwelle 3 Monate): Rücklage unter 3 Monaten (n=28) | 15 | 54% | 36–70 |
| Eher unzufrieden oder sehr unzufrieden (Schwelle 3 Monate): 3 Monate und mehr (n=86) | 25 | 29% | 21–39 |
| Weder zufrieden noch unzufrieden (Schwelle 12 Monate): Rücklage unter 12 Monaten (n=74) | 11 | 15% | 9–25 |
| Weder zufrieden noch unzufrieden (Schwelle 12 Monate): 12 Monate und mehr (n=40) | 15 | 38% | 24–53 |
| Eher oder völlig zufrieden (drei Spannen): Unter 3 Monaten (n=28) | 10 | 36% | 21–54 |
| Eher oder völlig zufrieden (drei Spannen): 3–11 Monate (n=46) | 22 | 48% | 34–62 |
| Eher oder völlig zufrieden (drei Spannen): 12 Monate und mehr (n=40) | 16 | 40% | 26–55 |
Offensichtlich hängt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Polster angespart ist, mit dem Einkommen zusammen (Arbeit ↔ Einkommen ↔ Rücklage).
Ist es das Einkommen und nicht die Rücklage? Zum Teil.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Stress oft oder fast täglich, nach Haushaltseinkommen: Einkommen unter 3.500 € (n=27) | 14 | 52% | 34–69 |
| Stress oft oder fast täglich, nach Haushaltseinkommen: Einkommen ab 3.500 € (n=79) | 12 | 15% | 9–25 |
| Stress zumindest manchmal, nur Haushalte mit Einkommen ab 3.500 €: Rücklage unter 12 Monaten (n=44) | 25 | 57% | 42–70 |
| Stress zumindest manchmal, nur Haushalte mit Einkommen ab 3.500 €: 12 Monate und mehr (n=34) | 14 | 41% | 26–58 |
7. Zum Lösen der Fragen: „Kaufen nicht verkaufen“. Wohnen - Rente - Investieren
Immobilien und Wohnen sind die am häufigsten genannte schwierige Frage. Insgesamt erwartbar: entweder der größte regelmäßige Ausgabenposten oder zugleich der größte Kauf im Leben der meisten Menschen. Das Thema verlangt offensichtlich eine eigene Untersuchung und weckt offensichtlich großes Interesse: Die meisten Anmerkungen im Freitextfeld drehen sich ebenfalls um Wohnen und Immobilien.
Bei welchen Geldthemen in Deutschland fiel eine sichere Entscheidung am schwersten (bis zu drei).
Instabile Gruppe: Einkommen unter 3.500 € oder Rücklage unter drei Monaten.
Stabile Gruppe: Einkommen ab 3.500 € und Rücklage ab drei Monaten.
Daten
| Kategorie | n | Anteil | 95%-Intervall |
|---|---|---|---|
| Wohnen: Miete oder Kauf | 62 | 53% | 44–61 |
| Investieren | 50 | 42% | 34–51 |
| Rentenansprüche in Deutschland | 42 | 36% | 28–45 |
| Gehaltsabrechnung und Steuern | 27 | 23% | 16–31 |
| Versicherungen | 26 | 22% | 16–30 |
| Ausgaben und Sparen | 20 | 17% | 11–25 |
| Auto: Kauf oder Leasing | 20 | 17% | 11–25 |
| Banken, Kredite, Schufa | 17 | 14% | 9–22 |
| Sozialleistungen und Hilfen | 9 | 8% | 4–14 |
| Hilfe für Familie im Ausland | 8 | 7% | 3–13 |
| Bildung, Kita, Schule | 6 | 5% | 2–11 |
| Ausländische Renten | 5 | 4% | 2–10 |
| Schutz vor Betrug | 1 | 1% | 0–5 |
| Nichts davon | 9 | 8% | 4–14 |
| Instabile Gruppe: Wohnen: Miete oder Kauf | 16 | 37% | 24–52 |
| Instabile Gruppe: Investieren | 13 | 30% | 19–45 |
| Instabile Gruppe: Rentenansprüche in Deutschland | 12 | 28% | 17–43 |
| Instabile Gruppe: Gehaltsabrechnung und Steuern | 7 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe: Versicherungen | 11 | 26% | 15–40 |
| Instabile Gruppe: Ausgaben und Sparen | 11 | 26% | 15–40 |
| Instabile Gruppe: Auto: Kauf oder Leasing | 5 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe: Banken, Kredite, Schufa | 9 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe: Sozialleistungen und Hilfen | 5 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe: Hilfe für Familie im Ausland | 5 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe: Nichts davon | 6 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Stabile Gruppe: Wohnen: Miete oder Kauf | 38 | 60% | 48–71 |
| Stabile Gruppe: Investieren | 31 | 49% | 37–61 |
| Stabile Gruppe: Rentenansprüche in Deutschland | 24 | 38% | 27–50 |
| Stabile Gruppe: Gehaltsabrechnung und Steuern | 17 | 27% | 18–39 |
| Stabile Gruppe: Versicherungen | 13 | 21% | 12–32 |
| Stabile Gruppe: Ausgaben und Sparen | 8 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Stabile Gruppe: Auto: Kauf oder Leasing | 12 | 19% | 11–30 |
| Stabile Gruppe: Banken, Kredite, Schufa | 7 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Stabile Gruppe: Sozialleistungen und Hilfen | 4 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Stabile Gruppe: Hilfe für Familie im Ausland | 2 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Stabile Gruppe: Nichts davon | 2 | nicht gezeigt (unter 10) | |
| Instabile Gruppe, mindestens eines von: Wohnen, Investieren oder Rente | 26 | 60% | 46–74 |
| Instabile Gruppe, mindestens eines von: Leistungen, Ausgaben oder Kredite | 19 | 44% | 30–59 |
| Instabile Gruppe, mindestens eines von: Gehalt/Steuern oder Versicherung | 16 | 37% | 24–52 |
| Stabile Gruppe, mindestens eines von: Wohnen, Investieren oder Rente | 56 | 89% | 79–95 |
| Stabile Gruppe, mindestens eines von: Leistungen, Ausgaben oder Kredite | 18 | 29% | 19–41 |
| Stabile Gruppe, mindestens eines von: Gehalt/Steuern oder Versicherung | 26 | 41% | 30–54 |
8. Was das für das Thema Finanzbildung bedeuten kann
Insgesamt ist die Geldfrage nicht besonders „schwierig“: Es geht um das Gleichgewicht zweier Zahlen, Einnahmen und Ausgaben.
Als Benchmarking würden wir das Stabilitätsniveau der Befragten in Deutschland positiv bewerten. Ein Verdienst auf dem Niveau von Menschen, die ihr ganzes Leben im Land verbracht haben, ist eine beachtliche Leistung: Barrieren durch Sprache, Markt, Gesetze und Kontakte wirken, aber die Zahlen sagen, dass die befragte Stichprobe durchaus stabil ist. Wie die Umfrageergebnisse „hätten sein können“, bleibt außerhalb dieser Studie.
Eines der aussagekräftigen Ergebnisse ist ebenfalls gut vorhersehbar: Ein finanzielles Polster von drei Monaten Fixkosten senkt den täglichen Stress deutlich. Allerdings - und das sollte weiter untersucht werden - ist der Anteil der Menschen mit 12+ Monaten an Ersparnissen nicht unbedingt optimal. Wir kennen weder die Streuung noch die Instrumente, in denen diese Ersparnisse liegen, aber nach den offenen Kommentaren zu urteilen ist die Sorge um das Eröffnen und Schließen von Konten bei Banken und Brokern groß, dazu die Sanktionsfrage. Wahrscheinlich führt das dazu, Geld auf niedrig verzinsten Konten und in bar zu halten, also nicht in Instrumenten des langfristigen Vermögensaufbaus, sondern eher der Werterhaltung.
Aus diesem einfachen Rezept lässt sich schwer ein Rat machen: Es kann viele objektive Gründe geben, warum dieses Niveau unerreichbar ist. Wenn dieser „Fakt“ jemandem hilft, die eigenen Mittel einzuschätzen und das Verhältnis von Ausgaben und Einnahmen etwas zu verändern, um dieses Polster aufzubauen, wäre das für uns das beste Ergebnis. Aus den Artikeln von geldchen passt hier die einfachste, aber wichtige Idee - „Pay-yourself-first“.
Aber auch dieses „Gleichgewicht“ ist nicht die Hauptsache. Menschen auf höheren finanziellen Stufen stoßen auf andere Fragen: nicht die der nächsten Woche, sondern vielleicht die der nächsten Jahre oder Jahrzehnte. Sie verursachen offensichtlich weniger Stress, aber nicht weniger Unsicherheit darüber, was zu tun ist. Das Thema Investieren lässt sich nicht mit einer Definition abdecken, aber etwas Einfaches und trotzdem nicht Offensichtliches ist das Humankapital.
9. Methode und Grenzen
- Instrument. Ein anonymes Google-Formular auf Russisch, rund zehn Minuten, vom 1. August bis 1. September 2026. Name, E-Mail-Adresse und andere Identifikatoren wurden nicht erhoben.
- Stichprobe. 118 Antworten aus den eigenen Kanälen von geldchen; keine Zufallsstichprobe; Berlin überwiegt; niemand ist älter als 54 Jahre; verzerrt hin zu höherem Einkommen und einem kürzlich erfolgten Umzug.
- Analyse. Nur deskriptiv. Die Kreuztabellen standen fest, bevor wir uns die Verteilungen angesehen haben; zwei später gewählte Aufteilungen (Einschränkungen unter/ab 12 Monaten; Unzufriedene gegen alle anderen) sind als explorativ markiert. Zellen der Kreuztabellen mit weniger als 10 Personen werden nicht veröffentlicht. Die 95%-Intervalle nach Wilson beschreiben die Genauigkeit unter den Befragten; die Fisher-Tests sind explorativ. Die Antworten „weiß nicht“ und „möchte ich nicht sagen“ sind in den Verteilungen gezeigt und aus den Kreuztabellen ausgeschlossen.
- Zum Einsatz von KI. Den Analysetext hat der Autor von Hand geschrieben. Textredaktion, aggregierte Datenanalyse und die Erstellung der Grafiken entstanden mit Hilfe von KI-Modellen (Fable, Opus, Astra/Sol/Luna). Der allgemeine Disclaimer von geldchen gilt.
- Was die Umfrage nicht sagt. Nichts hier ist kausal oder repräsentativ. Einkommen und Rücklage lassen sich nicht trennen. Das Haushaltseinkommen ist nicht um die Haushaltsgröße und die Zahl der Erwerbstätigen bereinigt. Die Themenfrage misst die Schwierigkeit der Entscheidung, nicht das Interesse.
Siehe auch die Beschreibung der Studie und den Datenschutzhinweis.
Quellen
- OECD (2023), OECD/INFE 2023 International Survey of Adult Financial Literacy. Frage zur Resilienz: „könnten die Lebenshaltungskosten mindestens drei Monate lang decken, wenn die Haupteinkommensquelle wegfällt“ - 43% über die teilnehmenden Länder, 49% über die OECD-Länder (Abschnitt 4). https://www.oecd.org/en/publications/oecd-infe-2023-international-survey-of-adult-financial-literacy_56003a32-en.html
- OECD (2024), Finanzbildung in Deutschland: Finanzielle Resilienz und finanzielles Wohlergehen. „25 % könnten ihre Lebenshaltungskosten bei Wegfall der Haupteinkommensquelle nicht drei Monate lang decken“ (BaFin-Umfrage, 2022). https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2024/05/financial-literacy-in-germany_139ac105/c20b27ac-de.pdf
- Eurostat, EU-SILC, Tabelle
ilc_mdes04„Inability to face unexpected financial expenses“, 2024: Deutschland 32,2%, EU-27 30,0%. https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/ilc_mdes04/default/table - Destatis, „Einkommen und Einkommensverteilung“, mittleres Haushaltsnettoeinkommen im Monat (Median) nach Haushaltstyp, EU-SILC 2025 (Einkommen 2024). https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/einkommen-einkommensarten-typ-2.html
- IBB, Wohnungsmarktbericht 2024: durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen in Berlin 2.575 € im Monat (Mikrozensus 2023). https://www.ibb.de/de/ueber-uns/publikationen/wohnungsmarktbericht/2024.html
- geldchen (2026), „Geld nach dem Umzug nach Deutschland“, anonyme Online-Umfrage, N = 118, 1. August – 1. September 2026. Aggregate und Methode sind oben beschrieben.