Humankapital
Humankapital ist der Barwert aller zukünftigen Nettoeinkünfte, die eine Person noch erzielen kann. Bei den meisten Menschen unter etwa 50 Jahren übersteigt es ihr Finanzvermögen bei Weitem. Fähigkeiten, Gesundheit, Sprachkenntnisse und Qualifikationen sind seine Bestandteile, und – wie jeder Vermögenswert – lässt es sich aufbauen, es verliert an Wert, und es trägt ein Risiko.
Warum es wichtig ist
Der größte Vermögenswert, den die meisten Haushalte besitzen, taucht nie auf einem Kontoauszug oder einer Vermögensübersicht auf – er steckt in der Fähigkeit einer Person, weiter Einkommen zu erzielen. Betrachtest du ihn als Vermögenswert, erscheinen Entscheidungen in einem anderen Licht, die sonst wie reine Kosten wirken: ein Sprachkurs, eine berufliche Qualifikation, ein Jobwechsel oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gegen Einkommensausfall. Jede dieser Maßnahmen schützt oder vergrößert den Einkommensstrom, auf dem der Rest der Haushaltsfinanzen aufbaut.
Rechenbeispiel
Eine grobe, bewusst vereinfachte Veranschaulichung. Jemand mit noch 30 verbleibenden Erwerbsjahren und 2.500 € monatlichem Nettoeinkommen hat einen zukünftigen Einkommensstrom von 2.500 € x 12 x 30 = 900.000 € vor jeglicher Abzinsung – die undiskontierte Summe jeder noch ausstehenden Gehaltszahlung.
Die Abzinsung bringt diese Zahl zurück in heutige Euro. Bei einem illustrativen Diskontsatz von 5 % pro Jahr liegt der Barwert desselben 30-Jahre-Stroms bei rund 460.000 € – etwa der Hälfte der undiskontierten Summe. Diese Lücke ist die Abzinsung bei der Arbeit: Ein Euro, der in Jahr 29 eintrifft, ist heute weit weniger wert als ein Euro, der nächstes Jahr eintrifft, weil früher erhaltenes Geld in der Zwischenzeit anderweitig eine Rendite erwirtschaften könnte und die weiter entfernten Jahre durch einen viel größeren Faktor geteilt werden als die nahen. Auch nach diesem Abschlag liegen 460.000 € noch deutlich über dem, was ein typischer Haushalt derselben Altersgruppe an Ersparnissen oder auf Girokonten hält – genau das ist der Punkt, Humankapital als eigenständigen Vermögenswert zu behandeln und nicht als Randnotiz zu den Zahlen auf einem Kontoauszug.
Dies ist eine grobe Veranschaulichung, keine Formel, die sich auf ein konkretes Einkommen oder eine bestimmte Karriere anwenden lässt. Die tatsächliche Barwertrechnung braucht einen realen Diskontsatz, einen realistischen Einkommensverlauf (Gehaltserhöhungen, Erwerbsunterbrechungen, Renteneintrittsalter) sowie Anpassungen für Steuern und Inflation – Verfeinerungen, die diese vereinfachte Version bewusst auslässt.
Teste dich selbst
Welche der folgenden Optionen definiert das Humankapital einer Person am besten?
Eine 42-jährige Person rechnet damit, noch 18 Jahre zu arbeiten, bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.000 €. Wie hoch ist die grobe, undiskontierte Gesamtsumme dieser zukünftigen Einkünfte in Euro, wenn die Abzinsung außer Acht gelassen wird?
Person A ist 25 Jahre alt, verdient 2.200 € netto im Monat und hat noch etwa 40 Erwerbsjahre vor sich. Person B ist 60 Jahre alt, verdient ebenfalls 2.200 € netto im Monat und hat noch etwa 5 Erwerbsjahre vor sich, verfügt aber über große Ersparnisse. Bei sonst gleichen Bedingungen: Wessen Humankapital ist größer?
Welche der folgenden Punkte würden das Humankapital einer Person tendenziell verringern, bei sonst gleichen Bedingungen? Wähle alle zutreffenden Antworten aus.