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Drei-Säulen-Modell

Level 2 · Fundament
BegriffDrei-Säulen-Modell
VertiefungAltersvorsorge

Deutschlands Drei-Säulen-Modell teilt die Altersvorsorge in gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge auf. Das Modell ist eine Landkarte, kein Versprechen, dass jede Person alle drei Säulen hat. Jede Säule hat andere Regeln für Anspruch, Finanzierung, Steuer, Zugang, Portabilität und Risiko – deine Rentenplanung beginnt daher damit, sie einzeln zu erfassen [1].

Die drei Säulen

SäuleDeutscher BegriffHauptquelleKernrisiko
1gesetzliche AltersvorsorgeGesetzliche Rentenversicherung und verwandte öffentliche SystemeErwerbsbiografie, demografischer und gesetzlicher Wandel
2betriebliche AltersversorgungArbeitgeberbezogene Versorgungszusagen oder kapitalgedeckte RegelungenPlanregeln, Kosten, Arbeitgeberwechsel, spätere Steuern und Sozialabgaben
3private AltersvorsorgeSelbst organisiertes Sparen oder VersicherungenBeiträge, Anlagerisiko, Kosten, Verhalten, Produktbeschränkungen

Säule 1 ist für Angestellte meist die Basis, aber kein individuelles Anlagekonto. Säule 2 hängt von der Beschäftigung und einem bestimmten Plan ab. Säule 3 ist breit gefasst: Sie beschreibt, wer die Vorsorge organisiert, nicht ein einzelnes Produkt.

Beispielhafte Bestandsaufnahme

Nadia hat eine deutsche Renteninformation, eine kleine Rente von einem früheren Arbeitgeber und ein Anlagekonto, das teilweise für die Rente gedacht ist.

PostenSäulePlanungsunterlage
Gesetzliche Rentenprognose1Renteninformation und Versicherungsverlauf
Rente vom früheren Arbeitgeber2Leistungsübersicht und Planbedingungen
Persönliches Anlagekonto3Kontostand, Kosten, Allokation, steuerliche Grundlage

Das bloße Addieren der Gesamtbeträge reicht nicht aus. Prognosen können brutto sein, in unterschiedlichem Alter auszahlbar, inflationsabhängig oder von künftigen Beiträgen abhängig sein. Rechne jeden Posten auf denselben Stichtag, dieselbe Preisbasis und dieselbe Netto- oder Bruttobasis um, bevor du ihn mit den Ausgaben vergleichst.

Warum das Modell hilft

Das Modell verhindert zwei Fehler: die gesetzliche Rente als persönlichen Topf zu behandeln und jedes private Finanzprodukt als Altersvorsorge einzustufen. Außerdem macht es Konzentrationsrisiken sichtbar. Ein Haushalt, der sich auf einen einzigen Arbeitgeberplan verlässt, trägt andere Risiken als einer, der Ansprüche aus mehreren Systemen kombiniert.

Teste dich selbst

Welcher Posten gehört zu Säule 1?

Welcher Posten gehört zu Säule 2?

Was bedeutet „privat“ bei Säule 3?

Welche Anpassungen sind nötig, bevor du Prognosen der Säulen zusammenführst? Wähle alle zutreffenden Antworten.

Quellen

  1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales — Betriebliche Altersvorsorge und die drei Säulen, https://www.bmas.de/DE/Soziales/Rente-und-Altersvorsorge/Betriebliche-Altersversorgung/betriebliche-altersvorsorge.html (Stand 2026)
  2. Bundesministerium für Arbeit und Soziales — Forschung zu säulenübergreifender Altersvorsorgeinformation, https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Forschungsberichte/fb527-konzeptionelle-grundlagen-fuer-saeulenuebergreifende-altersvorsorgeinformation.html (Stand 2026)