Zum Hauptinhalt springen

Brutto vs. Netto

Brutto ist der Gehaltsbetrag in deinem Vertrag, vor Abzügen. Netto ist das, was tatsächlich auf deinem Bankkonto landet, nachdem Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen wurden. Bei einer typischen Einzelperson in Deutschland liegt die Differenz zwischen beiden meist bei einem Drittel bis zwei Fünfteln des Bruttogehalts (2026, ungefähr).

Warum es wichtig ist

Stellenanzeigen und Arbeitsverträge nennen Brutto, weil dieser Betrag für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge und der Rentenansprüche verwendet wird. Budgets, die Mietbelastung und Sparziele müssen dagegen mit Netto rechnen – das ist das Geld, das jeden Monat tatsächlich auf dem Konto ankommt.

Die Lücke zwischen beiden entsteht durch zwei Abzugsblöcke: die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber progressiv einbehält und an das Finanzamt abführt, und die Sozialversicherungsbeiträge – Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, aufgeteilt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Jede nachgelagerte Finanzberechnung – Sparquote, Fixkostenquote, Anspruch auf einkommensabhängige Leistungen, Rentenprognosen – setzt bei Netto an, nicht bei Brutto. Die beiden korrekt umzurechnen ist Voraussetzung für fast alle davon.

Beispielrechnung

Nimm als Beispiel eine Einzelperson mit 4.000 € Bruttogehalt pro Monat, Steuerklasse I (keine Kinder, keine Kirchenmitgliedschaft), 2026. Der Abzugsblock gliedert sich in Lohnsteuer und vier Sozialversicherungskategorien:

AbzugKategorieCa. Satz — Arbeitnehmeranteil (2026)Ca. monatlicher Betrag
RentenversicherungSozialversicherung9,3 % [1]372 €
KrankenversicherungSozialversicherung~8,75 % (7,3 % Basissatz zuzüglich etwa der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 2,9 %) [1]350 €
ArbeitslosenversicherungSozialversicherung1,3 % [1]52 €
Pflegeversicherung (keine Kinder)Sozialversicherung2,4 % [1]96 €
LohnsteuerEinkommensteuerProgressiv; bei diesem Einkommen und dieser Steuerklasse etwa 12-13 % effektiv auf das Brutto (abhängig von der Steuerklasse) [2]ca. 505 €

Die Gesamtabzüge liegen bei rund 1.370 €/Monat, sodass Netto bei rund 2.630 € bleibt – etwa 66 % des Brutto. Änderst du die Steuerklasse, kommen Kinder hinzu oder tritt eine Kirchenmitgliedschaft hinzu, verschieben sich sowohl die Lohnsteuer-Zeile als auch die Pflegeversicherung-Zeile; die Sozialversicherungssätze selbst sind für das Jahr gesetzlich festgelegt.

Dieses Beispiel ist vereinfacht – die tatsächlichen Abzüge hängen von Steuerklasse, Kirchenmitgliedschaft, Anzahl der Kinder und Einkommenshöhe ab.

Teste dich selbst

Das Brutto-Gehalt einer Arbeitnehmerin beträgt 3.000 €/Monat. Die Gesamtabzüge (Lohnsteuer plus Sozialversicherung) betragen 35 % des Brutto. Wie hoch ist der Netto-Betrag in Euro?

Brutto beträgt 4.500 €/Monat. Die Sozialversicherungsbeiträge betragen 21 % des Brutto. Wie viele Euro werden in diesem Monat für die Sozialversicherung einbehalten?

Welcher der folgenden Posten gehört zum Sozialversicherungs-Abzugsblock und ist keine Steuer?

Welche der folgenden Posten gehören zu den Sozialversicherungsbeiträgen, die zwischen Brutto und Netto abgezogen werden? Wähle alle zutreffenden Antworten.

Quellen

  1. Techniker Krankenkasse (TK) — Aktuelle Beitragssätze in der Sozialversicherung 2026, https://www.tk.de/firmenkunden/versicherung/beitraege-faq/beitragssaetze/aktuelle-beitragssaetze-in-der-sozialversicherung-2031554 (2026)

  2. Bundesministerium der Finanzen — Das ändert sich 2026 (Einkommensteuersätze, Grundfreibetrag), https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/das-aendert-sich-2026.html (2026)