Aktien
Investieren in einzelne Unternehmen.
Was es ist
Eine Aktie ist ein Eigentumsanteil an einem Unternehmen. Aktionäre:
- Erhalten einen Teil des Gewinns (Dividenden)
- Partizipieren am Wertzuwachs des Unternehmens
- Haben Stimmrecht auf der Hauptversammlung
Aktien vs ETF
| Kriterium | Einzelaktien | ETF |
|---|---|---|
| Diversifikation | Niedrig | Hoch |
| Risiko | Hoch | Mittel |
| Zeitaufwand | Viel | Wenig |
| Renditepotenzial | Höher | Mittel |
| Empfohlen für | Erfahrene Anleger | Alle |
Wenn du Aktien kaufen willst
Core-Satellite-Ansatz
- Core (80–90%): Globaler ETF
- Satellite (10–20%): Einzelaktien
So bekommst du eine solide Basis + die Möglichkeit zu "spielen".
Worauf achten
| Kennzahl | Beschreibung |
|---|---|
| KGV (P/E Ratio) | Preis / Gewinn pro Aktie |
| Dividendenrendite | Dividendenertrag |
| Umsatzwachstum | Wachstum der Einnahmen |
| Verschuldungsgrad | Höhe der Schulden |
| Burggraben (Moat) | Wettbewerbsvorteile |
Deutsche Besonderheiten
Dividenden
- Deutsche Unternehmen zahlen oft einmal im Jahr
- Amerikanische — oft vierteljährlich
- 26,375% Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag werden automatisch einbehalten — oberhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € pro Person bzw. 2.000 € für Paare (2026) [1]
Deutsche Indizes
- DAX 40 — 40 größte Unternehmen
- MDAX — Mittelgroße Unternehmen
- SDAX — Kleine Unternehmen
Häufige Fehler
- In ein oder zwei Unternehmen investieren (mangelnde Diversifikation)
- Auf Nachrichten kaufen (meist schon zu spät)
- Versuchen, den Boden/die Spitze zu treffen
- Geld investieren, das du bald brauchst
Einordnung
Für die meisten Menschen sind ETFs die naheliegende Wahl:
- Weniger Risiko durch Streuung
- Weniger Zeit für Analyse
- Über 15 Jahre schlug in keiner der 22 US-Aktienkategorien die Mehrheit der aktiven Fonds ihren Index; über 20 Jahre liegen rund 92% hinten (SPIVA, Jahresende 2025) [2]
Einzelaktien passen, wenn:
- Du es interessant findest
- Du bereit bist, Zeit für Analyse zu investieren
- Es ein kleiner Teil des Portfolios ist
FAQ
Keine Rechts- oder Finanzberatung.
Ich fange gerade an zu investieren — Einzelaktien oder ETF?
Entscheide nach drei Kriterien: Zeit, Kapital, Erfahrung. Die Analyse eines Unternehmens kostet 10–20 Stunden, und für eine Mindeststreuung brauchst du 15–20 Unternehmen aus verschiedenen Branchen — bei Kursen von 50–200 € pro Aktie sind das mehrere tausend Euro. Ein ETF streut ab 25 € im Monat automatisch. Die Statistik spricht gegen Stock-Picking: Über 15 Jahre schlug in keiner US-Aktienkategorie die Mehrheit der aktiven Fonds ihren Index (SPIVA, Jahresende 2025) [2]. Ein verbreiteter Kompromiss ist Core-Satellite: Kern im ETF, bis zu 10–20% in Einzelaktien zum Lernen.
Wie werden Dividenden besteuert — auch bei ausländischen Aktien?
Dein deutscher Broker behält automatisch 26,375% ein (25% Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag), sobald der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person bzw. 2.000 € für Paare (2026) ausgeschöpft ist [1]. Bei ausländischen Aktien zieht zuerst das Land des Emittenten Quellensteuer ab. Für die USA sind das nach dem Doppelbesteuerungsabkommen 15%, die der Broker automatisch auf die deutsche Steuer anrechnet — du zahlst nur die Differenz [3]. Bei französischen oder schweizerischen Aktien liegt der Quellensteuersatz über den anrechenbaren 15%; die Rückerstattung des Überschusses musst du separat bei der dortigen Steuerbehörde beantragen [3].
Mein Arbeitgeber bietet Mitarbeiteraktien an — was gilt steuerlich?
Seit 2024 sind verbilligte oder kostenlose Anteile vom Arbeitgeber bis 2.000 € pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei (§ 3 Nr. 39 EStG, angehoben von 1.440 € durch das Zukunftsfinanzierungsgesetz) [4]. Voraussetzung: Das Programm steht allen Beschäftigten mit mindestens einem Jahr Betriebszugehörigkeit offen. Alles über 2.000 € wird als Arbeitslohn mit deinem Einkommensteuersatz besteuert. Spätere Kursgewinne und Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer von 26,375% [1]. Bedenke das Klumpenrisiko: Gehalt und Vermögen hängen dann am selben Unternehmen.
Ist Stock-Picking Glücksspiel?
Kein Glücksspiel, aber für die meisten statistisch eine Verluststrategie gegenüber dem Index. SPIVA (Jahresende 2025): Über 15 Jahre schlug in keiner US-Aktienkategorie die Mehrheit der aktiven Fonds ihren Vergleichsindex, über 20 Jahre liegen rund 92% hinten [2]. Die klassische Studie von Barber und Odean mit 66.000 Privatdepots zeigt: Je aktiver gehandelt wird, desto schlechter das Ergebnis — die aktivsten Anleger lagen mehrere Prozentpunkte pro Jahr hinter dem Markt [5]. Der Unterschied zum Casino: Der Erwartungswert des Aktienmarkts ist positiv, ein gestreutes Portfolio wächst langfristig. Verluste entstehen nicht durch das Halten von Aktien, sondern durch häufiges Handeln, Konzentration und emotionale Entscheidungen.
Quellen
- Bundesministerium der Finanzen. Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge — 26,375% inkl. Solidaritätszuschlag; Sparer-Pauschbetrag 1.000 €/2.000 € (Stand 2026). https://www.bundesfinanzministerium.de
- S&P Dow Jones Indices. (2026). SPIVA U.S. Scorecard Year-End 2025 — über 15 Jahre keine Kategorie mit Mehrheit aktiver Fonds vor dem Index; ~92% über 20 Jahre hinten. https://www.spglobal.com/spdji/en/research-insights/spiva/
- Finanztip. (2026). Quellensteuer: Steuern auf ausländische Dividenden — USA: 15% nach DBA, automatische Anrechnung durch den Broker. https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/quellensteuer/
- Einkommensteuergesetz (EStG), § 3 Nr. 39 — Steuerfreibetrag für Mitarbeiterkapitalbeteiligung bis 2.000 € pro Jahr (seit 2024). https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
- Barber, B., Odean, T. (2000). Trading Is Hazardous to Your Wealth. Journal of Finance, 55(2), 773–806.