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Selbstversicherung / Selbstbehalt

Level 2 · Fundament
BegriffSelbstversicherung / Selbstbehalt
Verwendet vonÜberversicherung

Selbstversicherung bedeutet, einen möglichen Verlust aus deinen eigenen Ersparnissen zu tragen, statt einen Versicherer dafür zu bezahlen, das Risiko zu übernehmen. Selbstversicherung ist die vollständige Variante: der komplette Verzicht auf eine Police für ein bestimmtes Risiko. Der Selbstbehalt ist die Teilvariante innerhalb einer Police: Der Versicherer zahlt nur oberhalb einer vereinbarten Schwelle, und der Haushalt trägt alles darunter selbst.

Warum das wichtig ist

Selbstversicherung ist die Entscheidungsregel, die ein Versicherungsbudget im Verhältnis zum tatsächlichen Risiko hält. Sie hängt direkt mit dem Erwartungswert zusammen – dem Vergleich zwischen den Kosten einer Prämie und dem wahrscheinlichen Verlust, den sie abdeckt – und mit dem Notgroschen, der Selbstversicherung in der Praxis erst ermöglicht: Ein Haushalt mit Rücklagen kann ein kaputtes Gerät oder ein gesprungenes Handydisplay selbst auffangen, während ein Haushalt ohne jeden Puffer sich gegen fast alles versichern muss, weil schon ein kleiner Verlust Schulden oder einen erzwungenen Vermögensverkauf nach sich ziehen würde.

Diesen Trade-off in die andere Richtung falsch zu treffen, ist Überversicherung: Jahr für Jahr Prämien für Risiken zu zahlen, die klein und selten genug sind, dass die eigenen Rücklagen des Haushalts sie im Durchschnitt günstiger hätten auffangen können.

Durchgerechnete Beispiele

1. Entscheiden, ob du ein kleines Risiko selbst versicherst. Ein Haushalt erwägt eine Garantieverlängerung für ein Handy im Wert von 600 €, zu einem beispielhaften Preis von 96 € pro Jahr. Displayschäden treten im Schnitt einmal alle vier Jahre auf, bei typischen Reparaturkosten von 150 €. Die erwarteten jährlichen Kosten aus eigener Tasche betragen 150 € / 4 = 37,50 € – deutlich unter der Prämie von 96 €. Dieses Risiko selbst zu tragen (die 96 € stattdessen zurückzulegen oder einfach im Notgroschen zu belassen) ist im Durchschnitt günstiger, weil ein gesprungenes Display ein Verlust ist, den der Haushalt ohne Weiteres auffangen kann, und keiner, der seine Finanzen gefährdet.

2. Den Selbstbehalt einer Police wählen. Bei Risiken, die überhaupt eine Versicherung wert sind – etwa der Kaskoversicherung –, versichert eine Erhöhung des Selbstbehalts die kleineren, häufigeren Schäden selbst und hält die Police auf die größeren Fälle fokussiert.

SelbstbehaltBeispielhafte JahresprämieSelbst getragen pro Schaden
0 €800 €0 €
500 €620 €erste 500 €
1.500 €480 €erste 1.500 €

Der Wechsel von 0 € auf 500 € spart 180 € Prämie pro Jahr – 1.800 € über zehn Jahre –, im Gegenzug trägt der Haushalt die ersten 500 € jedes Schadens aus eigenen Rücklagen. Dieser Tausch lohnt sich nur, wenn der Haushalt tatsächlich 500 € an verfügbaren Ersparnissen hält; ein Selbstbehalt, den er im Schadensfall nicht decken kann, ist keine Selbstversicherung, sondern eine ungedeckte Lücke.

Teste dich selbst

Eine Handyreparatur kostet im Schnitt 150 € und passiert einmal alle 5 Jahre. Wie hoch sind die erwarteten jährlichen Kosten, dieses Risiko selbst zu versichern (in Euro)?

Was macht die Selbstversicherung eines bestimmten Risikos für einen Haushalt praktikabel statt leichtsinnig?

Wie hängt der Selbstbehalt einer Versicherungspolice mit der Selbstversicherung zusammen?

Welche dieser Risiken eignen sich, unter sonst gleichen Bedingungen, eher zur Selbstversicherung als für den Abschluss einer eigenen Police? (Wähle alle zutreffenden Antworten aus.)