Amortisationsdauer
Die Amortisationsdauer ist die Zeit, bis das Geld, das eine Anschaffung spart oder einbringt, ihre Kosten wieder eingespielt hat. Du teilst die Anschaffungskosten durch den periodischen Nutzen und erhältst den Zeitpunkt in Monaten oder Jahren, an dem sich die Ausgabe amortisiert hat. Eine kürzere Amortisationsdauer bedeutet: Dein Geld kommt schneller zurück und steht dir früher für anderes zur Verfügung.
Warum das wichtig ist
Die Amortisationsdauer macht aus einem vagen „Lohnt sich das?" eine vergleichbare Zahl. Sie kommt überall dort ins Spiel, wo eine Anschaffung Anschaffungskosten gegen laufende Ersparnisse oder Einnahmen tauscht: ein energieeffizientes Gerät, eine Wallbox, Solarpanels, eine Bahncard, oder ein Großeinkauf statt einzelner Käufe. Zwei Optionen mit denselben Gesamtkosten können ganz unterschiedliche Amortisationsdauern haben, je nachdem, wie schnell sich die Ersparnisse summieren – und die Option mit der kürzeren Amortisationsdauer setzt Geld früher für das nächste Vorhaben frei.
Die Amortisationsdauer sagt nichts darüber aus, was nach der vollständigen Rückzahlung passiert, und sie ignoriert den Zeitwert des Geldes – ein Euro, den du nächstes Jahr sparst, ist weniger wert als ein Euro, den du heute sparst. Sie ist ein Filterwerkzeug, keine vollständige Renditeberechnung.
Die Methode
- Anschaffungskosten ermitteln – der volle Betrag, den du jetzt zahlst, in Euro.
- Periodischen Nettonutzen ermitteln – die Ersparnis oder Einnahme, die die Anschaffung pro Periode (monatlich oder jährlich) bringt, nach Abzug laufender Kosten, die die Anschaffung selbst verursacht.
- Kosten durch periodischen Nutzen teilen:
Amortisationsdauer = Anschaffungskosten / periodischer Nutzen. - Bei ungleichmäßigem Nutzen (Ersparnisse, die wachsen, schrumpfen oder von Periode zu Periode variieren) addierst du den Nutzen periodenweise, bis die laufende Summe die Anschaffungskosten erreicht, statt eine einzelne Division zu nutzen.
Rechenbeispiel
Ein Haushalt lässt eine Wärmepumpe einbauen, die 2.000 € mehr kostet als der Einbau einer Standard-Heizung, und senkt dadurch die Heizkosten um geschätzt 400 €/Jahr. Die Amortisationsdauer beträgt:
2.000 € / 400 € pro Jahr = 5 Jahre
Nach 5 Jahren sind die zusätzlichen 2.000 € durch die niedrigeren Rechnungen vollständig zurückgeholt; jedes Jahr danach sind die 400 €/Jahr reine Ersparnis statt Kostenrückholung.
Der Vergleich zweier Optionen macht das Werkzeug nützlicher als eine einzelne Berechnung:
| Option | Zusätzliche Anschaffungskosten | Jährliche Ersparnis | Amortisationsdauer |
|---|---|---|---|
| Bessere Fensterisolierung | 3.000 € | 250 €/Jahr | 3.000 € / 250 € = 12 Jahre |
| Dachbodendämmung | 1.200 € | 300 €/Jahr | 1.200 € / 300 € = 4 Jahre |
Die Dachbodendämmung holt ihre Kosten dreimal so schnell zurück. Die Amortisationsdauer reiht Optionen danach, wie schnell sie sich bezahlt machen – sie sagt nichts darüber aus, wie viel jede Option danach weiter spart oder wie lange, was den tatsächlichen Gesamtnutzen über die Lebensdauer bestimmt.
Teste dein Wissen
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach kostet 7.500 € Anschaffungskosten und senkt die Stromrechnung um 625 €/Jahr. Wie hoch ist die Amortisationsdauer in Jahren?
Eine Fensterisolierung kostet 3.000 € extra und spart 250 €/Jahr. Eine Dachbodendämmung kostet 1.200 € extra und spart 300 €/Jahr. Welche hat die kürzere Amortisationsdauer?
Was trifft auf die Amortisationsdauer zu? (Wähle alle zutreffenden Antworten.)
Ein Haushalt kauft eine Wallbox für 1.800 €. Sie senkt die Ladekosten im Vergleich zum öffentlichen Laden um 30 €/Monat. Wie hoch ist die Amortisationsdauer in Monaten?