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Nominal vs. real

Level 1 · Basis
Begriffnominal vs. real
Zuerst lesenInflation

Der Nominalwert ist der Eurobetrag, wie er gedruckt ist — auf einer Gehaltsabrechnung, einem Sparkontoauszug, einer Rentenschätzung. Der Realwert passt diesen Betrag an die Inflation an (den allgemeinen Preisanstieg über die Zeit) und zeigt, was er tatsächlich kauft. Der entscheidende Test gilt für jeden Kontostand: Der Eurobetrag kann wachsen, während seine Kaufkraft es nicht tut. Eine nominale Gehaltserhöhung von 3 % bei 5 % Inflation bedeutet real ein Schrumpfen — die Zahl auf dem Gehaltszettel stieg, aber was sie kauft, sank.

Warum das wichtig ist

Deutsche Gehaltsabrechnungen, Sparkontoauszüge und Rentenprognosen weisen alle nominale Euro-Beträge aus — die Inflation wird nie automatisch abgezogen. Eine Gehaltserhöhung, ein Sparzins und eine Rentenprognose wirken alle nominal größer, als sie sich real erweisen, sobald die Inflation daran nagt. Wer Zahlen über mehrere Jahre vergleicht, ohne sie um die Inflation zu bereinigen, übersieht, ob die Kaufkraft tatsächlich gestiegen oder still gesunken ist. Der Unterschied zählt am meisten in Phasen höherer Inflation, wenn die Lücke zwischen beiden Zahlen wächst.

Durchgerechnete Beispiele

1. Eine Gehaltserhöhung. Ein Gehalt steigt von 45.000 € auf 46.350 € — eine nominale Steigerung von 3 %. Die Inflation liegt in diesem Jahr bei 5 %. Die ungefähre reale Veränderung ist nominal minus Inflation: 3 % - 5 % = -2 %. Genau gerechnet kauft man mit 46.350 € im Geld dieses Jahres, was 46.350 € / 1,05 ≈ 44.143 € im letzten Jahr kauften — etwa 1,9 % weniger als die ursprünglichen 45.000 €, obwohl die Gehaltsabrechnung eine Erhöhung zeigt.

2. Sparzinsen. 8.000 € liegen auf einem Sparkonto mit 2 % nominalem Zins für ein Jahr und wachsen auf 8.160 €. Die Inflation liegt in diesem Jahr bei 3 %. Die ungefähre reale Rendite: 2 % - 3 % = -1 %. Der Kontostand wuchs, aber seine Kaufkraft nicht — 8.160 € kaufen nächstes Jahr etwa so viel wie 8.160 € / 1,03 ≈ 7.922 € dieses Jahr kauften, weniger als die ursprünglichen 8.000 €.

SzenarioNominaler WertInflationRealwert (heutige Kaufkraft)Reale Veränderung
Gehalt: 45.000 € auf 46.350 € (+3 %)46.350 €5 %≈ 44.143 €≈ -1,9 %
Sparen: 8.000 € bei 2 % Zins8.160 €3 %≈ 7.922 €≈ -1,0 %

Beide Szenarien zeigen dasselbe Muster: Der nominale Wert stieg, aber der reale Wert sank, weil die Inflation der nominalen Steigerung voraus war. Nominales Wachstum ist nur dann reales Wachstum, wenn es die Inflation übertrifft — sonst ist der Eurobetrag größer, aber was er kauft, ist kleiner.

Teste dich selbst

Ein Gehalt steigt von 45.000 € auf 46.350 € (eine nominale Steigerung von 3 %). Die Inflation liegt in diesem Jahr bei 5 %. Mit der Näherung reale Veränderung ≈ nominale Veränderung − Inflation: Wie hoch ist die ungefähre reale prozentuale Veränderung? (Als Zahl eingeben, z. B. -2 für -2 %.)

8.000 € auf einem Sparkonto bringen über ein Jahr 2 % nominalen Zins. Die Inflation liegt in diesem Jahr bei 3 %. Mit der Näherung reale Rendite ≈ nominaler Zinssatz − Inflation: Wie hoch ist die ungefähre reale Rendite in Prozent? (Als Zahl eingeben, z. B. -1 für -1 %.)

Welche Aussage beschreibt einen Realwert statt eines Nominalwerts?

Eine Rentenprognose zeigt eine nominale Auszahlung, die von 1.600 €/Monat auf 1.648 €/Monat steigt (eine nominale Steigerung von 3 %) — in einem Jahr mit 4 % Inflation. Mit der Näherung reale Veränderung ≈ nominale Veränderung − Inflation: Wie hoch ist die ungefähre reale prozentuale Veränderung? (Als Zahl eingeben, z. B. -1 für -1 %.)