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Kontenmodell für Paare

Level 2 · Fundament⚙ Methode
BegriffKontenmodell für Paare

Das Kontenmodell für Paare ist das Gesamtsystem, mit dem ein Haushalt Einkommen auf gemeinsame und persönliche Konten verteilt und darauf die Floor/Future/Free-Aufteilung anwendet. Es klärt zwei Fragen zusammen: Wessen Einkommen finanziert welches Konto, und wie viel vom Geld des Haushalts liegt auf gemeinsamen Konten statt individuell zu bleiben – bevor überhaupt eine Ausgabenentscheidung ansteht.

Warum das wichtig ist

Ein Ein-Personen- oder Einzelverdiener-Haushalt kann die Drei-Konten-Struktur direkt anwenden: ein Einkommen, ein Floor, ein Future, ein Free. Ein Haushalt mit mehreren Einkommen – meist ein Paar – muss zuerst entscheiden, wie die Einkommen zusammenkommen, denn diese Entscheidung verändert, was „Floor", „Future" und „Free" für jeden Partner bedeuten. Diesen Schritt zu überspringen ist eine häufige Reibungsquelle: Geldbewegungen wirken einseitig oder unfair, selbst wenn die zugrunde liegende Budgetrechnung stimmt.

Die Frage des Kontenmodells steht über der Wahl der Steuerklasse, der gemeinsamen Steuererklärung oder der Zugewinngemeinschaft (Deutschlands gesetzlicher Güterstand): Diese bestimmen, was jeder Partner vom Einkommen netto behält, nicht wie der Haushalt das Geld routet, sobald es ankommt.

Die Methode

  1. Ein Einkommensmodell wählen. Gepoolt (alle Einkommen fließen auf ein gemeinsames Konto), proportional (jeder Partner steuert einen Anteil des Einkommens zu den gemeinsamen Kosten bei und behält den Rest) oder hybrid (ein gemeinsames Konto für gemeinsame Floor- und Future-Kosten, persönliche Konten für individuelle Free-Ausgaben).
  2. Floor und Future auf gemeinsame oder persönliche Konten abbilden. Unter dem gepoolten und dem hybriden Modell liegen Floor (Fixkosten) und Future (Sparen) typischerweise auf dem gemeinsamen Konto; beim proportionalen Modell kann jeder Partner seinen Future-Beitrag stattdessen auf einem persönlichen Tagesgeldkonto halten.
  3. Die Art des Gemeinschaftskontos wählen. Ein Gemeinschaftskonto ist entweder ein Oder-Konto – jeder Partner kann allein verfügen – oder ein Und-Konto – jede Transaktion braucht beide Unterschriften. Das Oder-Konto ist im Alltag üblicher; das Und-Konto tauscht Bequemlichkeit gegen eine gegenseitige Kontrolle.
  4. Die Beiträge unter dem gewählten Modell bemessen. Gepoolt braucht keine Aufteilungsrechnung. Proportional braucht den Anteil jedes Partners am gemeinsamen Einkommen, angewendet auf die gemeinsame Summe aus Floor und Future. Hybrid braucht einen vereinbarten gemeinsamen Beitrag (gleich oder proportional) plus ein separates persönliches Free-Budget pro Partner.
  5. Die Überweisungen am Zahltag automatisieren – derselbe Mechanismus, den die Drei-Konten-Struktur auf individueller Ebene nutzt.
  6. Das Modell neu berechnen, wenn sich das Einkommen ändert – eine Gehaltserhöhung, ein Jobverlust, Elternzeit –, denn eine Beitragsaufteilung, die auf alten Einkommenszahlen beruht, ist danach nicht mehr proportional.

Durchgerechnetes Beispiel

Zwei Partner verdienen netto 4.200 € und 1.800 € im Monat (zusammen 6.000 €) und nutzen das proportionale Modell. Gemeinsame Floor- und Future-Kosten summieren sich auf 1.500 €: 1.000 € Miete, 150 € Nebenkosten, 150 € Versicherungen, 200 € Sparen.

Partner APartner B
Nettoeinkommen4.200 €1.800 €
Anteil am gemeinsamen Einkommen70 %30 %
Beitrag zum gemeinsamen Konto1.050 €450 €
Verbleibt als persönliches Free3.150 €1.350 €
Beitrag als % des eigenen Einkommens25 %25 %

Beide Partner stecken dieselben 25 % ihres eigenen Einkommens in die gemeinsamen Kosten – genau das gleicht „proportional" an. Weil Partner A 70 % des gemeinsamen Einkommens verdient, finanziert A 70 % des gemeinsamen Kontos von 1.500 € (1.050 €) und B 30 % (450 €): Die Eurobeträge unterscheiden sich, die Beitragsquote nicht. Ein gepooltes Modell würde stattdessen beide Einkommen zusammenführen und Floor, Future und Free einmal für den Haushalt als Einheit bemessen; ein hybrides Modell würde zusätzlich zu einem kleineren gemeinsamen Beitrag ein festes persönliches Free-Budget für jeden Partner hinzufügen.

Teste dich selbst

Zwei Partner verdienen netto 5.000 € und 2.000 € im Monat (zusammen 7.000 €) und nutzen das proportionale Einkommensmodell. Gemeinsame Floor- und Future-Kosten summieren sich auf 2.100 € im Monat. Wie viele Euro trägt der Partner mit 2.000 € Einkommen zum gemeinsamen Konto bei?

Welches der drei Einkommensmodelle (gepoolt, proportional, hybrid) braucht überhaupt keine Berechnung der Beitragsaufteilung?

Ein Paar eröffnet ein Gemeinschaftskonto, bei dem jeder Partner allein Geld abheben oder überweisen kann, ohne dass der andere jede einzelne Transaktion genehmigen muss. Um welche Art von Konto handelt es sich?

Welche der folgenden Aussagen zum Kontenmodell für Paare sind richtig? Wähle alle zutreffenden Antworten.