Kapitalisierungsfaktor (~200–300×)
Der Kapitalisierungsfaktor ist der Multiplikator, der einen wiederkehrenden monatlichen Betrag in die einmalige Kapitalsumme umrechnet, die ihn dauerhaft trägt. Er liegt meist beim 200- bis 300-Fachen des monatlichen Betrags; der Faktor entspricht 12 geteilt durch einen angenommenen jährlichen Zinssatz — eine vorsichtigere Zinsannahme treibt den Faktor nach oben.
Warum das wichtig ist
Manche Finanzfragen vergleichen eine Einmalsumme mit einem laufenden Zahlungsstrom: Wie viel Kapital würde eine Rente ersetzen, ein Haushaltsbudget dauerhaft absichern oder einem wiederkehrenden Kostenposten entsprechen, der nie endet? Der Kapitalisierungsfaktor macht diesen Vergleich möglich — er macht aus „Das kostet 200 € im Monat" die Aussage „Etwa 50.000 € Kapital würden das bei einer angenommenen Rendite für immer finanzieren."
Anders als eine Laufzeit-Gesamtsumme, die einen Zahlungsstrom über eine feste Anzahl von Jahren summiert — zum Beispiel ein dreijähriger Kita-Vertrag —, geht der Kapitalisierungsfaktor davon aus, dass der Zahlungsstrom nie endet. Das Ergebnis lässt sich direkt nutzen, um jeden wiederkehrenden Kosten- oder Einkommensstrom als eine einzige Eurosumme zu bewerten.
Rechenbeispiele
1. Eine wiederkehrende Ausgabe kapitalisieren. Ein Haushalt zahlt monatlich 150 € für eine private Haftpflichtversicherung und plant, diese dauerhaft zu behalten. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 4 % beträgt der Kapitalisierungsfaktor 12 / 0,04 = 300. Der kapitalisierte Wert ist 150 € x 300 = 45.000 € — die Einmalsumme, die bei 4 % Rendite pro Jahr die Prämie für immer decken würde, ohne das Kapital anzugreifen.
2. Wie die angenommene Rendite den Faktor verändert. Die Zinsannahme steuert den Faktor direkt: Eine niedrigere angenommene Rendite bedeutet einen kleineren jährlichen Ertrag pro Euro Kapital, sodass mehr Kapital nötig ist, um denselben Monatsbetrag zu erzeugen — und umgekehrt. Für einen Zahlungsstrom von 300 €/Monat:
| Angenommener Jahreszins | Kapitalisierungsfaktor (12 / Zins) | Benötigtes Kapital |
|---|---|---|
| 4 % | 300 | 90.000 € |
| 5 % | 240 | 72.000 € |
| 6 % | 200 | 60.000 € |
Eine niedrigere Zinsannahme ergibt einen höheren Faktor und eine größere benötigte Kapitalsumme — vorsichtiger, weil sie von geringeren künftigen Renditen ausgeht. Eine höhere Zinsannahme verkleinert sowohl den Faktor als auch den Kapitalbedarf, stützt sich dabei aber auf eine Rendite, die nicht garantiert ist.
Teste dich selbst
Ein Haushalt zahlt monatlich 250 € für eine wiederkehrende Ausgabe, die er unbegrenzt fortführen will. Wie hoch ist der kapitalisierte Wert in Euro bei einer angenommenen Jahresrendite von 5 %? (Kapitalisierungsfaktor = 12 / Zins.)
Wenn der angenommene Jahreszins, der in einem Kapitalisierungsfaktor verwendet wird, von 4 % auf 6 % steigt, was passiert mit dem Faktor?
Eine Familie zahlt für einen Kita-Vertrag genau 3 Jahre lang fest 400 € im Monat und hört dann komplett auf. Welcher Ansatz bepreist diese Kosten korrekt?
Welche der folgenden Aussagen über einen Kapitalisierungsfaktor sind richtig? (Wähle alle zutreffenden aus.)