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Restwert / Wiederverkaufswert

Level 3 · Fortgeschritten
BegriffRestwert / Wiederverkaufswert
Zuerst lesenWertverlust

Der Restwert ist der Betrag, für den sich ein Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt realistisch verkaufen lässt. Restwert oder Wiederverkaufswert ist der deutsche Begriff dafür. Es handelt sich um ein Marktergebnis, nicht um ein Rechenergebnis: Ein Wertverlust-Plan schätzt, wie viel Wert ein Vermögenswert auf dem Papier verloren hat, aber der Restwert ist das, was ein tatsächlicher Käufer heute zu zahlen bereit ist – geprägt von Zustand, Nachfrage und davon, wie leicht sich der Gegenstand verkaufen lässt.

Warum das wichtig ist

Der Restwert macht aus einer Kaufentscheidung eine Entscheidung über die gesamte Besitzdauer. Der Kauf eines Autos, eines Smartphones oder von Möbeln bindet Geld, das sich später nur teilweise zurückgewinnen lässt – die Lücke zwischen Kaufpreis und späterem Restwert ist der reale Preis der Nutzung, und sie gehört in jeden Vergleich zwischen Kaufen, Finanzieren oder Leasing. Weil der Restwert direkt auf dem Wertverlust aufbaut (der Minderung des Werts eines Vermögenswerts über die Zeit), beginnt seine Schätzung mit einem Wertverlustmodell und wird dann daran angepasst, was der Markt tatsächlich zahlt – was in beide Richtungen vom Modell abweichen kann.

Rechenbeispiele

1. Wertverlust-Schätzung im Vergleich zum tatsächlichen Marktpreis – ein Auto. Ein Auto, das zur Veranschaulichung für 30.000 € gekauft wurde, hat nach 3 Jahren einen geschätzten Buchwert von 15.360 €, berechnet mit einem degressiven Wertverlustmodell von 20 % pro Jahr. Angebote für vergleichbare Gebrauchtwagen mit ähnlichem Alter und ähnlicher Laufleistung zeigen zur Veranschaulichung vielleicht 13.500 € – niedriger als das Modell, wegen einer weniger gefragten Farbe, eines aktuellen Modellwechsels, der die ältere Version weniger attraktiv gemacht hat, oder eines schwachen Gebrauchtwagenmarkts. Die Formel liefert eine erste Schätzung; der Markt bestimmt den tatsächlichen Restwert.

SchätzquelleWert im Jahr 3 (zur Veranschaulichung)
Degressives Wertverlustmodell15.360 €
Tatsächliches Inzahlungnahme-Angebot des Händlers12.800 €
Tatsächliche Angebote bei Privatverkauf13.500 €

2. Restwert eines schnell wertverlierenden Gegenstands – ein Smartphone. Ein Smartphone, das zur Veranschaulichung für 900 € gekauft wurde, verliert in den ersten zwei Jahren typischerweise schneller an Wert als ein Auto, weil jährlich neue Modelle erscheinen. Nach 2 Jahren liegen Angebote auf Online-Marktplätzen für dasselbe Modell in gutem Zustand zur Veranschaulichung vielleicht bei rund 280 € – etwa 31 % des ursprünglichen Preises. Die Lücke zwischen ursprünglichem Preis und Restwert (620 €) ist hier der reale Preis dafür, das Telefon 2 Jahre lang zu nutzen, unabhängig von Reparatur- oder Zubehörausgaben.

Auch der Verkaufsweg verändert die Zahl: Ein Privatverkauf bringt typischerweise einen höheren Restwert als eine Inzahlungnahme oder ein schneller Verkauf über eine Wiederverkaufsplattform, weil private Käufer näher am Marktpreis zahlen, während Wiederverkaufsplattformen und Inzahlungnahmen ihr eigenes Wiederverkaufsrisiko und ihre Marge einpreisen.

Teste dich selbst

Ein Wertverlustmodell schätzt den Buchwert eines Autos nach 3 Jahren auf 15.360 €. Tatsächliche Angebote für vergleichbare Gebrauchtwagen zeigen 13.500 €. Wofür steht diese Lücke?

Ein Smartphone wurde für 900 € gekauft. Nach 2 Jahren hat es einen Restwert von 280 €. Wie viel Prozent des ursprünglichen Preises macht der Restwert aus? Runde auf die nächste ganze Zahl.

Welche Faktoren verändern den Restwert eines Vermögenswerts realistischerweise, unabhängig davon, was eine Wertverlust-Formel vorhersagt? Wähle alle zutreffenden Antworten.

Wie unterscheidet sich der Restwert vom Wert, der in einem Wertverlustplan ausgewiesen wird?