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Rücklagen

Level 1 · Basis⚙ Methode
BegriffRücklagen

Rücklagen sind Geld, das du jeden Monat für eine große, vorhersehbare Ausgabe zurücklegst — eine Jahresprämie für eine Versicherung, eine Autoreparatur, ein Urlaubsflug —, damit die Rechnung nie mit deinen laufenden Ausgaben kollidiert. Teile die Gesamtkosten durch die Monate bis zur Fälligkeit und spare diesen festen Betrag jeden Monat auf einem separaten Konto, bis die Ausgabe fällig wird.

Warum das wichtig ist

Deutsche Haushalte stehen regelmäßig vor großen Rechnungen, die nicht monatlich anfallen: eine jährliche Kfz-Versicherungsprämie, ein vierteljährlich abgerechneter Rundfunkbeitrag oder eine Autoreparatur, die eher überfällig als plötzlich ist. Was Rücklagen möglich machen, ist zu erkennen, welche Kosten fix, aber unregelmäßig sind, statt variabel und wirklich unvorhersehbar — genau darum geht es bei der Trennung von Fixkosten vs. variable Kosten. Rücklagen — in der deutschen Bankensprache so genannt — wandeln unregelmäßige Fixkosten in eine gleichmäßige monatliche Überweisung um, sodass der Kontostand in dem Monat, in dem die Rechnung fällig wird, weder in die Höhe schnellt noch einbricht.

Derselbe Mechanismus lässt sich weiterdenken: Sind unregelmäßige Ausgaben erst einmal zu vorhersehbaren Monatsbeträgen geglättet, hat ein unregelmäßiges Einkommen — Rechnungen als Freelancer, Saisonarbeit, schwankende Provisionen — weniger überraschende Kollisionen mit einer festen Ausgabenuntergrenze zu bewältigen.

Die Methode

  1. Liste jede wiederkehrende, aber nicht monatliche Ausgabe auf. Kfz-Versicherung, TÜV/Hauptuntersuchung, Rundfunkbeitrag, jährliche Software-Lizenzen, Urlaubsreisen, Geschenke.
  2. Schätze für jede Position den Gesamtbetrag und den Fälligkeitstermin, anhand der Rechnung vom letzten Jahr oder des aktuellen Vertrags.
  3. Teile den Gesamtbetrag durch die Anzahl der Monate bis zur Fälligkeit (bei wiederkehrenden Posten: bis zur nächsten Verlängerung), um den monatlichen Beitrag zu erhalten.
  4. Automatisiere die Überweisung — ein Dauerauftrag, der diesen Betrag am Zahltag auf ein separates Konto oder Unterkonto verschiebt, bevor das Geld anderswo ausgegeben werden kann.
  5. Bezahl die Rechnung aus der Rücklage, nicht aus dem laufenden Einkommen des Monats, sobald sie fällig wird.
  6. Rechne neu, sobald sich eine Prämie ändert oder eine neue unregelmäßige Ausgabe hinzukommt.

Durchgerechnetes Beispiel

Die folgenden Zahlen sind beispielhaft; ein echter Plan nutzt die eigenen Rechnungen und aktuellen Prämien des jeweiligen Haushalts.

AusgabeJahreskostenFälligMonatlicher Beitrag
Kfz-Versicherung720 €November60 €
Rundfunkbeitrag216 €Vierteljährlich18 €
Reparaturen & TÜV300 €Variabel25 €
Gesamt1.236 €103 €

Ein Haushalt richtet einen Dauerauftrag über 103 €/Monat auf ein Unterkonto mit der Bezeichnung „Rücklagen" ein. Da die 103 € eigentlich drei getrennte Teilsummen sind, die gegen drei getrennte Fälligkeitstermine laufen — und nicht eine einzige Pauschalsumme —, finanziert jede Kategorie ihre eigene Rechnung unabhängig: Der Anteil von 60 €/Monat für die Kfz-Versicherung summiert sich über zwölf Monate auf 720 € vor der November-Prämie, der Anteil von 18 €/Monat für den Rundfunkbeitrag deckt jede vierteljährliche Rechnung über 54 € ab, sobald sie fällig wird, und der Anteil von 25 €/Monat für Reparaturen baut einen Puffer für den Fall auf, dass eine Reparatur oder der TÜV fällig wird. Keine einzelne Rechnung kollidiert mit dem Gehalt des jeweiligen Monats, weil das Geld im Voraus schrittweise zurückgelegt wurde.

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