Zum Hauptinhalt springen

Auslandsüberweisungen

Level 1 · Basis
BegriffAuslandsüberweisungen

Eine Auslandsüberweisung ist Geld, das aus Deutschland an Familie im Ausland geschickt wird, und für viele Einwandererhaushalte verhält sie sich wie Fixkosten und nicht wie eine freiwillige Ausgabe. Die Höhe richtet sich oft nach dem Bedarf der Empfängerin — die Miete eines Elternteils, das Studiengeld eines Geschwisters — nicht danach, wie viel am Monatsende auf dem Konto des Senders übrig bleibt. Deshalb fällt sie jeden Zyklus in ähnlicher Höhe an, unabhängig davon, wie der Monat des Senders verlief.

Warum das wichtig ist

Die richtige Einordnung einer Auslandsüberweisung verändert, wie ein Haushaltsbudget aufgeht. Ein Budget, das eine monatliche Überweisung von 250 € als „was eben übrig bleibt” behandelt, überschätzt das verfügbare Einkommen und unterschätzt die Fixkosten-Untergrenze, die ein Gehalt decken muss, bevor überhaupt gespart werden kann. Bei vielen Menschen, die nach Deutschland gezogen sind, folgt das Geldschicken an die Familie einem Rhythmus, der sich nach den Umständen der Empfängerin richtet, nicht nach denen des Senders — und genau das ist die Prüfung für Fixkosten: Ändert sich die Höhe mit den eigenen monatlichen Ausgabenentscheidungen des Senders, oder nicht?

Nicht jede Auslandsüberweisung erfüllt dieses Kriterium. Ein gelegentliches, freiwilliges Geschenk, das geschickt wird, wenn gerade Geld verfügbar ist, verhält sich wie variable Kosten — es bewegt sich mit den eigenen Ausgabenentscheidungen des Senders. Eine dauerhafte Überweisung, die einen Teil der Miete einer anderen Person deckt, oder ein fester Beitrag zu den Lebenshaltungskosten eines Elternteils, verhält sich wie Fixkosten, weil die Höhe an den fortlaufenden Bedarf der Empfängerin gekoppelt ist und immer wieder anfällt, egal ob der Monat des Senders gut oder schlecht lief.

Eine feste Auslandsüberweisung gehört zur Fixkosten-Untergrenze des Haushalts — den festen Verpflichtungen, die ein Gehalt decken muss, bevor überhaupt etwas wirklich frei verfügbar ist. Deshalb greift sie in Pay-yourself-first (erst sparen, dann ausgeben) ein: Die Sparsumme ergibt sich aus dem Einkommen minus dieser Untergrenze, sodass eine Überweisung von 250 €, die in der Untergrenze fehlt, still aufbläht, wie viel sparbar scheint. Dieselbe Verteilungslogik rettet Kosten, die variabel aussehen, aber tatsächlich vorhersehbar sind. Ein jährliches Geburtstagsgeschenk, ein Feiertagsgeschenk oder eine jährliche Reise nach Hause ist von Monat zu Monat unregelmäßig, übers Jahr aber verlässlich; teilt man die bekannte Jahressumme durch zwölf, wird daraus eine kleine monatliche Position, die sich wie Fixkosten verhält, statt einer wiederkehrenden „Überraschung", die das Budget immer wieder aus der Bahn wirft.

Rechenbeispiel

Ein Haushalt in Deutschland verdient netto 2.800 € im Monat und überweist jeden Monat 250 € an ein Elternteil im Ausland, um einen Teil von dessen Miete zu decken.

PostenBetragFix oder variabel
Kaltmiete950 €Fix
Krankenversicherung220 €Fix
Telefon/Internet40 €Fix
Überweisung an Elternteil250 €Fix (dauerhafte Verpflichtung)
Lebensmittel, Verkehr, Freizeit700 €Variabel

Gesamte Fixkosten: 950 € + 220 € + 40 € + 250 € = 1.460 €. Nach variablen Kosten von 700 € bleiben dem Haushalt 2.800 € - 1.460 € - 700 € = 640 € zum Sparen oder zur Schuldentilgung übrig.

Werden die gleichen 250 € stattdessen nicht in die Fixkosten-Zeile aufgenommen, sondern gedanklich unter „Freizeit” oder „was übrig bleibt” einsortiert, scheint der Haushalt über 890 € flexiblen Spielraum zu verfügen statt über 640 € echte Sparfähigkeit. Die Überweisung geht trotzdem jeden Monat raus — nur die Einschätzung des Haushalts über seine eigenen Zahlen ändert sich, und zwar zum Schlechteren: Sie unterschätzt die Fixkosten-Untergrenze und überschätzt, wie viel Spielraum das Budget tatsächlich hat.

Teste dich selbst

Ein Haushalt in Deutschland verdient netto 2.800 € im Monat. Seine Fixkosten sind: Miete 950 €, Krankenversicherung 220 €, Telefon/Internet 40 € und eine dauerhafte Überweisung an ein Elternteil im Ausland 250 €. Die variablen Kosten (Lebensmittel, Verkehr, Freizeit) summieren sich auf 700 €. Wie viele Euro bleiben zum Sparen oder zur Schuldentilgung übrig?

Eine monatliche Überweisung an die Familie im Ausland wird am ehesten als Fixkosten und nicht als variable Kosten eingestuft, wenn welche der folgenden Aussagen zutrifft?

Welche der folgenden Aussagen zur Einstufung einer Auslandsüberweisung als Fixkosten sind korrekt? Wähle alle zutreffenden Antworten.