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Liquidität

Level 1 · Basis
BegriffLiquidität

Liquidität ist, wie schnell du einen Vermögenswert in Bargeld umwandelst, ohne dass er an Wert verliert. Liquidität ordnet Geld auf einer Skala ein: Bargeld und Girokonto-Guthaben stehen am voll liquiden Ende, sofort verfügbar. Immobilien und langfristiges Festgeld stehen am illiquiden Ende, wo die Umwandlung in Bargeld Zeit, eine Strafe oder einen niedrigeren Verkaufspreis kostet.

Warum das wichtig ist

Liquidität ist die versteckte Variable hinter jeder Entscheidung, wo du dein Geld aufbewahrst. Geld für kurzfristige Bedürfnisse – Miete, eine unerwartete Reparatur, eine Lücke zwischen zwei Jobs – muss voll liquide liegen, denn genau darum geht es: schneller Zugriff bei Bedarf. Geld, das du jahrelang nicht anfasst, kann Liquidität gegen eine höhere Rendite eintauschen. Wer beides verwechselt, verliert oft genau dann den Zugriff auf Bargeld, wenn er ihn braucht.

Durchgerechnete Beispiele

1. Das Liquiditätsspektrum. Die gleichen 10.000 € verhalten sich unterschiedlich, je nachdem, wo sie liegen:

Wo das Geld liegtZugriffKosten für vorzeitigen Zugriff
Bargeld / GirokontoSofortKeine
TagesgeldSofort bis zum nächsten BankarbeitstagKeine
Festgeld, 12 Monate LaufzeitErst am LaufzeitendeOft komplett gesperrt, oder ein Zinsabschlag, falls die Bank vorzeitige Abhebung erlaubt
ImmobilieWochen bis Monate (Verkaufsprozess)Maklergebühren, Grunderwerbsteuer, Timing-Risiko am Markt, möglicher Verlust gegenüber dem Kaufpreis

Die Tabelle liest sich von oben nach unten als abnehmende Liquidität und oft steigende potenzielle Rendite – die beiden bewegen sich meist gemeinsam, aber nicht immer: Ein Tagesgeldkonto kann einen ähnlichen Zinssatz wie ein Festgeldkonto bieten und dabei voll liquide bleiben.

2. Die Kosten der Illiquidität im falschen Moment. Angenommen, 8.000 € liegen in einem Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit, das vor 4 Monaten begonnen hat, und eine Autoreparatur-Rechnung über 2.000 € kommt herein. Zwei Ergebnisse sind möglich: Die Bank verweigert die vorzeitige Abhebung bis zum 12. Monat, oder sie erlaubt sie, streicht dabei aber einen Teil oder die gesamten aufgelaufenen Zinsen als Strafe. So oder so kann der Sparer die Rechnung entweder nicht aus diesem Konto bezahlen oder zahlt für das Privileg – die Zinsen, die durch das Festlegen des Geldes entstanden sind, werden ganz oder teilweise durch die Kosten des vorzeitigen Ausstiegs aufgehoben. Hätte das gleiche Geld stattdessen in Tagesgeld gelegen, hätte der Zugriff auf die gleichen 2.000 € nichts gekostet.

Teste dich selbst

Welche der folgenden zählen zu vergleichsweise liquiden Möglichkeiten, Geld zu halten? Wähle alle zutreffenden Antworten aus.

Ein Sparer sagt: "Mein Festgeld bringt einen höheren Zinssatz als mein Tagesgeld, also ist es der bessere Ort, um Geld aufzubewahren, das ich vielleicht nächsten Monat brauche." Was ist an dieser Überlegung falsch?

Ein Beispiel-Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit bringt 3 % Zinsen pro Jahr, einfach verzinst (ohne Zinseszins). Ein Sparer zahlt 8.000 € ein. Nach genau 4 Monaten hebt er das Geld vorzeitig ab, und laut den Bankbedingungen verfallen dabei alle bisher aufgelaufenen Zinsen. Wie viele Euro Zinsen verliert er?

Welche Definition beschreibt Liquidität am besten?