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Durchschnittskosteneffekt

Level 3 · Fortgeschritten
BegriffDurchschnittskosteneffekt
Zuerst lesenSparplan

Der Durchschnittskosteneffekt beschreibt, was passiert, wenn du in regelmäßigen Abständen einen festen Eurobetrag investierst: Dasselbe Geld kauft mehr Anteile, wenn der Preis niedrig ist, und weniger, wenn er hoch ist, sodass der durchschnittlich gezahlte Preis pro Anteil am Ende gleich oder unter dem einfachen Durchschnitt der notierten Preise liegt. Es handelt sich um eine mathematische Eigenschaft von Käufen mit festem Betrag, nicht um eine Strategie, die eine bessere Rendite als jede Alternative garantiert.

Warum das wichtig ist

Der Durchschnittskosteneffekt tritt automatisch ein, sobald ein Sparplan einen volatilen Vermögenswert kauft – einen Aktien-ETF (Exchange Traded Fund, ein Wertpapierkorb, der einen Index nachbildet) statt eines festverzinslichen Kontos. Das Verständnis dieses Effekts trennt zwei unterschiedliche Fragen: „Gleicht mein regelmäßiger Kauf mechanisch Preisschwankungen aus?" (ja, per Konstruktion) gegenüber „Führt das dazu, dass regelmäßiges Investieren andere Ansätze übertrifft?" (hängt davon ab, wie sich der Preis danach entwickelt, und lässt sich nicht im Voraus wissen).

Die richtige Einordnung ist wichtig, weil sich der Effekt leicht überschätzen lässt. Er glättet den gezahlten Preis über Auf- und Abwärtsbewegungen hinweg; er beseitigt das Marktrisiko nicht, und er ist einer sofortigen Einmalanlage nicht automatisch überlegen.

Durchgerechnete Beispiele

1. Ein fallender und sich anschließend erholender Preis. 200 € fließen vier Monate lang jeden Monat in denselben ETF, zu Preisen von 50 €, 40 €, 25 € und 50 € pro Anteil.

MonatPreis pro AnteilGekaufte Anteile (200 € ÷ Preis)
150 €4,00
240 €5,00
325 €8,00
450 €4,00

Gesamtinvestition: 800 €. Gesamtanzahl Anteile: 21,00. Durchschnittlich gezahlter Preis: 800 € / 21,00 ≈ 38,10 € — unter dem einfachen Durchschnitt der vier notierten Preise ((50 €+40 €+25 €+50 €)/4 = 41,25 €). Der Kurseinbruch in Monat 3 kaufte mehr Anteile als die Monate 1, 2 oder 4 und zog den Durchschnitt nach unten.

2. Ein stetig steigender Preis — der Zielkonflikt mit einer Einmalanlage. Derselbe monatliche Betrag von 200 €, aber der Preis steigt jeden Monat: 20 €, 30 €, 40 €, 50 €.

MonatPreis pro AnteilGekaufte Anteile (200 € ÷ Preis)
120 €10,00
230 €6,67
340 €5,00
450 €4,00

Gesamtinvestition: 800 €. Gesamtanzahl Anteile: 25,67. Durchschnittlich gezahlter Preis: 800 € / 25,67 ≈ 31,17 € — immer noch unter dem einfachen Durchschnitt (35 €), aber deutlich über dem Preis von 20 €, der in Monat 1 verfügbar war. Hätte man die vollen 800 € als Einmalanlage zu diesem ersten Preis investiert, hätte man 40 Anteile gekauft – mehr als die 25,67 Anteile, die die verteilten Käufe ergeben haben. Der Durchschnittskosteneffekt senkt den durchschnittlichen Preis relativ zu den eigenen notierten Preisen des Zeitraums; er garantiert keinen niedrigeren Preis als ein Einzelkauf zum günstigsten Zeitpunkt – ein Zeitpunkt, der sich erst im Nachhinein erkennen lässt.

Teste dich selbst

Ein Anleger investiert 3 Monate lang jeden Monat 100 € in denselben ETF, zu Preisen von 10 €, 20 € und 5 € pro Anteil. Wie hoch ist der durchschnittlich gezahlte Preis pro Anteil in Euro (auf 2 Nachkommastellen gerundet)?

Welche Aussage beschreibt korrekt, warum der Durchschnittskosteneffekt den durchschnittlich gezahlten Preis unter den einfachen Durchschnitt der notierten Preise drückt?

Wähle jede der folgenden Aussagen aus, die über den Durchschnittskosteneffekt zutrifft.