Währungsrisiko
Währungsrisiko ist die Möglichkeit, dass eine Verschiebung der Wechselkurse verändert, was eine Fremdwährungsanlage oder ein Fremdwährungseinkommen in Euro wert ist – unabhängig davon, wie sich dieser Vermögenswert in seiner eigenen Währung entwickelt. Eine US-Aktie kann im Dollarwert steigen und trotzdem an Eurowert verlieren, wenn der Dollar gegenüber dem Euro schwächer wird.
Warum das wichtig ist
Wer in Deutschland lebt, aber Vermögenswerte im Ausland hält — ein US-Depot, eine Schweizer Rente, in Dollar abgerechnetes Einkommen —, trägt Währungsrisiko, ob nun bemerkt oder nicht. Es verstärkt sich zusammen mit Klumpenrisiko (zu viel Wert in einem einzigen Vermögenswert, einer Branche oder einem Land zu halten): Ein Portfolio, das stark in einem einzigen Nicht-Euro-Markt gewichtet ist, ist sowohl der Wertentwicklung dieses Marktes als auch dessen Währung ausgesetzt, und beide Risiken können sich in einem Abschwung gemeinsam bewegen, statt sich gegenseitig auszugleichen.
Währungsrisiko ist nicht grundsätzlich schlecht — es kann auch zu deinen Gunsten wirken —, aber es ist eine Quelle von Schwankungen, die viele Portfolios tragen, ohne das bewusst entschieden zu haben. Es zu erkennen ist der erste Schritt; ob und wie du damit umgehst (auf Euro lautende Anlagen halten, währungsgesicherte Fonds nutzen oder die Schwankungen einfach hinnehmen) hängt von der Größe der Fremdwährungsposition und deinem Anlagehorizont ab.
Durchgerechnete Beispiele
1. Eine einzelne ausländische Aktienposition. Eine Person kauft Aktien eines US-Unternehmens für 1.000 $, als 1 € = 1,10 $ gilt, sodass die Eurokosten 1.000 $ / 1,10 ≈ 909 € betragen. Ein Jahr später sind die Aktien im Dollarwert noch immer genau 1.000 $ wert — eine flache Wertentwicklung —, aber der Euro hat sich auf 1 € = 1,20 $ verstärkt. Umgerechnet: 1.000 $ / 1,20 ≈ 833 €. Die Aktie hat im Dollarwert nichts verloren, aber der in Euro angegebene Wert ist um rund 76 € gesunken — rein durch die Wechselkursbewegung.
2. Vergleich von Euro- und Nicht-Euro-Varianten derselben Idee.
| Szenario | Rendite in Landeswährung | Wechselkursbewegung (beispielhaft) | Rendite in Euro |
|---|---|---|---|
| Euro-Anleihe | +3 % | keine (bereits in Euro) | +3 % |
| Gleiche Rendite, US-Dollar-Anleihe, Dollar schwächt sich um 5 % gegenüber dem Euro ab | +3 % | -5 % | rund -2 % |
| Gleiche Rendite, US-Dollar-Anleihe, Dollar stärkt sich um 5 % gegenüber dem Euro | +3 % | +5 % | rund +8 % |
Die Tabelle verwendet eine beispielhafte Wechselkursbewegung von 5 %, um den Mechanismus zu isolieren: Die Rendite in Landeswährung und die Wechselkursbewegung addieren sich, und die Wechselkurskomponente kann das zugrunde liegende Ergebnis erhöhen oder verringern. Über lange Haltezeiträume waren Wechselkursbewegungen bei wichtigen Währungspaaren historisch kurzfristig volatiler als langfristig, aber genau diese kurzfristigen Schwankungen bekommt zu spüren, wer kurzfristig Euro zum Ausgeben braucht.
Teste dich selbst
Eine Person kauft für 1.000 $ eine US-Aktie, als 1 € = 1,10 $ gilt (Eurokosten ≈ 909 €). Ein Jahr später ist die Aktie noch immer genau 1.000 $ wert, aber der Wechselkurs hat sich auf 1 € = 1,20 $ verschoben. Wie viel ist die Position jetzt in Euro wert (auf den nächsten Euro gerundet)?
Eine Person mit Basiswährung Euro hält eine US-Dollar-Anleihe, die über ein Jahr eine Rendite von +3 % in Dollar erzielt. Im selben Jahr schwächt sich der Dollar um 5 % gegenüber dem Euro ab. Wie hoch ist die Rendite ungefähr in Euro betrachtet?
Welche der folgenden Aussagen über Währungsrisiko sind richtig? (Wähle alle zutreffenden aus.)