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Rebalancing

Level 3 · Fortgeschritten⚙ Methode
BegriffRebalancing
Zuerst lesenDiversifikation

Rebalancing bedeutet, regelmäßig Teile eines Portfolios zu kaufen oder zu verkaufen, um die Vermögensaufteilung auf eine Zielverteilung zurückzuführen. Anlageklassen wachsen unterschiedlich schnell, sodass ein Portfolio, das mit 70 % Aktien und 30 % Anleihen startet, mit der Zeit abdriftet; beim Rebalancing verkaufst du einen Teil dessen, was gewachsen ist, und kaufst mehr von dem, was zurückgeblieben ist – so stellst du das ursprüngliche Verhältnis wieder her, statt den am schnellsten wachsenden Teil das Risikoprofil deines Portfolios übernehmen zu lassen.

Warum das wichtig ist

Diversifikation legt eine Zielmischung aus Anlagen fest, die sich nicht alle gleich bewegen; Rebalancing sorgt dafür, dass diese Mischung nicht unbemerkt in etwas abdriftet, das du nie gewählt hast. Ohne Rebalancing steigt das Risikoniveau deines Portfolios in einem starken Markt schleichend an – Aktien wachsen schneller als Anleihen, sodass der stabilere Teil genau dann schrumpft, wenn ein Abschwung am meisten wehtun würde. Rebalancing ist eine mechanische Disziplin: Es erfordert keine Vorhersage, welche Anlageklasse als Nächstes besser abschneidet, sondern nur die Einhaltung eines im Voraus festgelegten Verhältnisses.

Die Methode

  1. Zielallokation festlegen — ein festes Verhältnis zwischen Anlageklassen oder Fonds, zum Beispiel 70 % Aktien und 30 % Anleihen.
  2. Aktuelle Werte mit dem Ziel abgleichen — nach einem festgelegten Intervall (jährlich ist üblich) berechnest du, welchen Anteil jede Position tatsächlich ausmacht.
  3. Die Abweichung mit einem Auslöser vergleichen — entweder ein fester Kalenderplan (einmal im Jahr) oder eine Abweichungsschwelle (beispielhaft 5 Prozentpunkte vom Ziel), je nachdem, worauf du dich im Voraus festgelegt hast.
  4. Den übergewichteten Teil verkaufen und den untergewichteten Teil kaufen — oder, wo möglich, neue Einzahlungen statt eines Verkaufs in die untergewichtete Anlage lenken, um Transaktionskosten und eine durch den Verkauf ausgelöste Kapitalertragsteuer zu reduzieren.
  5. Auf demselben Plan oder derselben Schwelle konsequent wiederholen, unabhängig davon, in welche Richtung sich der Markt bewegt hat.

Beispielrechnung

Du startest mit 10.000 € im Verhältnis 70/30 zwischen einem Aktien-ETF (Exchange Traded Fund) im Wert von 7.000 € und einem Anleihen-ETF im Wert von 3.000 €. Nach einem Jahr mit starken Aktienrenditen wächst die Aktienposition auf 8.500 €, während die Anleihenposition nur auf 3.100 € steigt, zusammen 11.600 € — eine Mischung, die jetzt bei etwa 73 % Aktien und 27 % Anleihen liegt.

Um wieder auf 70/30 zu rebalancieren, beträgt der Zielwert für Aktien 11.600 € x 0,70 = 8.120 € und der Zielwert für Anleihen 11.600 € x 0,30 = 3.480 €. Du verkaufst 8.500 € - 8.120 € = 380 € des Aktien-ETFs und kaufst 3.480 € - 3.100 € = 380 € des Anleihen-ETFs, wodurch das ursprüngliche Verhältnis wiederhergestellt wird.

HoldingVor dem RebalancingZiel (70/30 von 11.600 €)Aktion
Aktien-ETF8.500 € (73 %)8.120 € (70 %)380 € verkaufen
Anleihen-ETF3.100 € (27 %)3.480 € (30 %)380 € kaufen

Rebalancing mit neuem Geld statt Verkauf. Der Mechanismus muss nicht „verkaufen und kaufen" sein. Wenn regelmäßig neues Geld hinzukommt — zum Beispiel über einen Sparplan —, kann es genügen, den Beitrag dieses Monats vollständig in die untergewichtete Anlage zu lenken, bis sich das Verhältnis angleicht; so erreichst du dasselbe Ziel, ohne etwas zu verkaufen. Dieser Nur-Kauf-Ansatz, manchmal Cashflow- oder Beitrags-Rebalancing genannt, vermeidet sowohl Transaktionskosten als auch die durch einen Verkauf ausgelöste Kapitalertragsteuer. In einem monatlichen Setup kann er ein Portfolio durchgehend nahe am Ziel halten, wobei ein tatsächlicher Verkauf für den seltenen Fall bleibt, dass die Abweichung zu groß ist, als dass umgelenkte Beiträge sie allein ausgleichen könnten.

Teste dich selbst

Ein Portfolio hat eine Zielallokation von 60 % Aktien und 40 % Anleihen. Es hält aktuell 13.200 € in Aktien und 4.800 € in Anleihen (insgesamt 18.000 €). Wie viele Euro an Aktien müssen verkauft werden, um das 60/40-Ziel wiederherzustellen?

Welche dieser Aussagen erklärt am ehesten, warum ein Portfolio im Laufe der Zeit ein Rebalancing braucht, selbst wenn der Anleger nichts ändert?

Welche der folgenden Aussagen über Rebalancing sind zutreffend? (Wähle alle zutreffenden Antworten aus.)

Ein Haushalt verteilt 20.000 € auf 10 verschiedene Unternehmen zu je 10 %. Ein Jahr später, ohne dass gehandelt wurde, sind manche Positionen stärker gewachsen als andere. Was unterscheidet Diversifikation und Rebalancing in diesem Szenario am klarsten?