Korrelation
Korrelation misst, wie eng sich zwei Variablen gemeinsam bewegen, auf einer Skala von -1 (perfekt gegenläufig) bis +1 (perfekt gleichläufig), wobei 0 keinen linearen Zusammenhang bedeutet. Bei Geldanlagen bestimmt die Korrelation zwischen den Renditen zweier Anlagen, wie stark Diversifikation das Portfoliorisiko senkt — niedrig oder negativ korrelierte Anlagen glätten Schwankungen stärker als Anlagen im Gleichschritt.
Warum das wichtig ist
Korrelation ist der Mechanismus hinter der Diversifikation. Ein Portfolio, das über deutsche, europäische und US-Aktien gestreut ist, oder ein breiter ETF-Sparplan, senkt das Risiko nur, wenn nicht alle Bestandteile gemeinsam fallen — in scharfen Abschwüngen können Anlageklassen, die normalerweise unabhängig wirken, sich ausgerechnet im ungünstigsten Moment auf eine Korrelation nahe +1 zubewegen. Wenn du Korrelation kritisch liest, kannst du ein Fondsfactsheet oder eine Robo-Advisor-Allokation besser einschätzen, statt anzunehmen, dass eine lange Liste unterschiedlicher Tickernamen automatisch geringeres Risiko bedeutet.
Praxisbeispiele
1. Eine Korrelationszahl lesen. Ein deutscher Aktienfonds und ein US-Technologiefonds zeigen folgende Jahresrenditen:
| Jahr | Fonds A (deutsche Aktien) | Fonds B (US-Tech) |
|---|---|---|
| 2022 | -12 % | -18 % |
| 2023 | +9 % | +14 % |
| 2024 | +4 % | +2 % |
| 2025 | -3 % | +6 % |
Fonds A und Fonds B bewegen sich meist in dieselbe Richtung — beide fallen 2022, beide steigen 2023 —, aber nicht jedes Jahr im exakt gleichen Verhältnis. Dieses Muster veranschaulicht eine moderate positive Korrelation, deutlich unter +1. Eine Korrelation von genau +1 würde bedeuten, dass sich die Renditen der beiden Fonds in jedem einzelnen Jahr im exakt gleichen Verhältnis bewegen; -1 würde bedeuten, dass sie sich in genau entgegengesetztem Verhältnis bewegen.
2. Warum Korrelation das Portfoliorisiko verändert. Anna teilt 10.000 € gleichmäßig auf zwei Fonds auf. Liegt die Korrelation der Fonds nahe +1, kostet ein Jahr, das Fonds A 15 % kostet, wahrscheinlich auch Fonds B einen ähnlichen Betrag, und das Gesamtportfolio verliert dann ebenfalls nahezu 15 %. Liegt die Korrelation nahe 0 oder im negativen Bereich, kann ein schlechtes Jahr für Fonds A mit einem flachen oder positiven Jahr für Fonds B zusammenfallen, sodass der Verlust des Gesamtportfolios kleiner ausfällt als der Verlust jedes einzelnen Fonds. Dieser Dämpfungseffekt — nicht Geschick bei der Aktienauswahl — ist das, was Diversifikation tatsächlich leistet, und er wirkt nur so weit, wie die zugrunde liegenden Anlagen nicht stark korreliert sind.
Teste dich selbst
Eine Korrelation von -1 zwischen den Renditen zweier Anlagen bedeutet:
Wie hoch ist der maximal mögliche Wert eines Korrelationskoeffizienten?
Welche dieser Aussagen über Korrelation sind richtig? (Wähle alle zutreffenden Antworten aus.)