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Kostenquote

Level 2 · Fundament
BegriffKostenquote

Die Kostenquote ist der Teil deiner Anlagerendite, der durch Gebühren verloren geht — jeder Prozentpunkt an Kosten wird von der Rendite abgezogen, bevor der Rest weiter verzinst wird. Der Fachbegriff Kostenquote bezeichnet genau das: die Gesamtkosten als Prozentsatz des Vermögens pro Jahr. Weil Gebühren jedes Jahr erneut anfallen, summieren sich kleine Unterschiede im Kostensatz zu großen Unterschieden im Endvermögen.

Warum das wichtig ist

Jedes Depot und jeder Fonds trägt eine gewisse Kostenschicht — Broker-Provisionen, Fonds-Kostenquoten, Spreads — und jede Schicht zieht direkt von der Rendite ab, die am Ende bei dir ankommt. Die Prozentrechnung erklärt, wie du einen als Satz angegebenen Kostenwert liest; der Zinseszins erklärt, warum ein wiederkehrender jährlicher Abzug über einen mehrere Jahrzehnte langen Zeitraum einen überproportionalen statt einen proportionalen Effekt erzeugt. Die Kostenquote als Mechanismus zu verstehen, nicht als feste Zahl, ist die Grundlage dafür, jede konkrete Gebührenkennzahl beim Vergleich von Anlageprodukten zu bewerten.

Beispielrechnungen

1. Jährliche Gebühr in Euro. Ein Depot mit 20.000 € in einem Fonds mit illustrativen jährlichen Kosten von 0,20 % zahlt etwa 0,20 % x 20.000 € = 40 € pro Jahr an Gebühren. Dieselben 20.000 € in einem Fonds mit illustrativen 1,50 % zahlen 1,50 % x 20.000 € = 300 € pro Jahr — 7,5-mal mehr, für das Halten desselben Euro-Betrags.

Kostensatz (illustrativ)Jährliche Kosten bei 20.000 €
0,20 %40 €
0,75 %150 €
1,50 %300 €

2. Zinseszins über Jahrzehnte. Gebühren kosten dich nicht nur jedes Jahr Geld — sie verkleinern auch die Basis, die sich danach weiter verzinst. Ausgehend von 10.000 €, die 30 Jahre lang mit einer illustrativen Bruttorendite von 7 % pro Jahr wachsen: Bei jährlichen Kosten von 0,20 % (Nettorendite 6,80 %) erreicht das Guthaben etwa 71.970 €. Bei jährlichen Kosten von 1,50 % (Nettorendite 5,50 %) erreicht es etwa 49.840 €. Ein Unterschied von 1,3 Prozentpunkten bei den Kosten erzeugt eine Lücke von rund 22.000 € — etwa 31 % weniger Endvermögen — allein dadurch, dass die Gebühr abgezogen wird, bevor das Wachstum jedes Jahres sich selbst weiter verzinst.

3. Ein Sparplan bei drei Gebührenstufen. Gebühren beißen am stärksten bei einem Plan, den du Monat für Monat füllst. Zahlst du illustrative 250 €/Monat über 20 Jahre bei einer illustrativen Bruttorendite von 6 % pro Jahr ein, ändert sich unten nur die jährliche Kostenquote: 0,2 Prozentpunkte (ein günstiger Indexfonds), 0,5 PP (ein teurerer Indexfonds) und 1,5 PP (ein typisches Fonds-im-Mantel-Produkt).

Jährliche KostenNettorenditeWert nach 20 JahrenGgü. dem günstigsten
0,2 PP5,8 %/Jahr~112.800 €
0,5 PP5,5 %/Jahr~108.900 €−3.900 €
1,5 PP4,5 %/Jahr~97.000 €−15.800 €

Alle drei Sparer zahlen dieselben 60.000 € über die 20 Jahre ein. Die Lücke von 1,3 Prozentpunkten zwischen der günstigsten und der teuersten Variante kostet rund 15.800 € — mehr als ein Viertel aller Einzahlungen — ohne dass du dafür irgendetwas zusätzlich bekommst. Die höhere Gebühr des Mantels muss keine schlechteren Anlagen liefern, um Geld zu verlieren: mehr zu verlangen bei gleicher Bruttorendite genügt.

Teste dich selbst

Ein Depot enthält 15.000 € in einem Fonds mit jährlichen Kosten von 0,40 %. Wie viel Euro kostet das an Gebühren für ein Jahr?

Ein Fonds erzielt eine illustrative Bruttorendite von 8 % pro Jahr und berechnet eine jährliche Gebühr von 1,2 %. Welche Nettorendite erhalten Anleger tatsächlich, in Prozent?

Zwei Fonds bilden denselben Index ab. Fonds A berechnet 0,20 % pro Jahr, Fonds B 1,20 % pro Jahr — genau 1,00 Prozentpunkt mehr. Wie verhält sich der Euro-Effekt dieses 1,00-Prozentpunkt-Unterschieds über einen Anlagezeitraum von 30 Jahren im Vergleich zu seinem Effekt im ersten Jahr?

Welche der folgenden Aussagen über die Kostenquote durch Gebühren treffen zu? (Wähle alle zutreffenden Antworten aus.)