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Aktienrisikoprämie

Level 3 · Fortgeschritten
BegriffAktienrisikoprämie
VertiefungAktien

Die Aktienrisikoprämie ist die durchschnittliche Zusatzrendite, die du von Aktien gegenüber dem risikofreien Zins (der Rendite ausfallsicherer Staatsanleihen) erwarten kannst – als Ausgleich für das Halten eines riskanteren Assets. Sie ist eine Erwartung, keine Garantie: Im Nachhinein lässt sie sich nur durch den Vergleich langfristiger Aktien- und Anleiherenditen schätzen, und selbst dieser historische Wert verschiebt sich je nach gewähltem Zeitraum.

Warum das wichtig ist

Wer sein Erspartes auf ein Tagesgeldkonto, Staatsanleihen und einen globalen Aktien-ETF aufteilt, bepreist diese Prämie implizit mit. Aktien (eine Anlageklasse) schwanken deutlich stärker als risikofreie Instrumente, und die Prämie ist die Zusatzrendite, die Anleger für diese Volatilität (das Ausmaß der Schwankungen) verlangen, statt sich mit einem sichereren, aber renditeärmeren Asset zu begnügen. Ohne dieses Konzept wirkt „Aktien werfen langfristig mehr ab" wie ein Naturgesetz; mit ihm wird die Zusatzrendite zu einem Preis – Ausgleich für ein konkretes, messbares Risiko, kein Geschenk.

Rechenbeispiele

1. Die Prämie als Spanne, nicht als feste Zahl. Die Aktienrisikoprämie bewegt sich mit, egal wie hoch der risikofreie Zins gerade ist – sie ist eine Lücke zwischen zwei Renditen, keine absolute Größe.

Szenario (illustrativ)Risikofreier ZinsErwartete AktienrenditeAktienrisikoprämie
Niedrigzinsumfeld1 %6 %5 Prozentpunkte
Hochzinsumfeld3 %8 %5 Prozentpunkte

In beiden Zeilen bleibt die Prämie bei 5 Prozentpunkten, obwohl sich der risikofreie Zins verdreifacht – die Prämie bildet den Ausgleich für das Aktienrisiko ab, nicht das absolute Zinsniveau.

2. Die Abwägung für einen Sparer in Zahlen. Ein Sparer hält 10.000 € und vergleicht ein Tagesgeldkonto mit einer illustrativen Verzinsung von 2 % mit einem globalen Aktien-ETF mit einer illustrativen langfristig erwarteten Rendite von 7 %. Die Lücke von 5 Prozentpunkten (7 % - 2 %) ist die angebotene Aktienrisikoprämie. Über ein Jahr ist diese Lücke eine illustrative Zusatzrendite von 500 € wert (5 % x 10.000 €) – aber das Wort „erwartet" macht den Unterschied: In einem schlechten Jahr kann die Aktienposition 30-40 % ihres Werts verlieren, was dem Tagesgeldkonto strukturell nicht passieren kann, da ein Sparguthaben nicht denselben Marktschwankungen ausgesetzt ist wie eine Aktienposition.

Teste dich selbst

Eine Staatsanleihe (der risikofreie Zins) rentiert mit 2,5 %. Ein globaler Aktien-ETF hat eine erwartete langfristige Rendite von 7,5 %. Wie hoch ist die Aktienrisikoprämie, in Prozentpunkten?

Ein Anleger sagt: „Die Aktienrisikoprämie liegt bei 4 %, also ist garantiert, dass Aktien dieses Jahr genau 4 Prozentpunkte mehr Rendite bringen als Anleihen.“ Was ist an dieser Aussage falsch?

Welche der folgenden Aussagen zur Aktienrisikoprämie sind zutreffend? (Wähle alle zutreffenden Antworten.)

In Szenario 1 liegt der risikofreie Zins bei 1 % und die erwartete Aktienrendite bei 6 %. In Szenario 2 steigt der risikofreie Zins auf 3 % und die erwartete Aktienrendite auf 8 %. Was ist zwischen den beiden Szenarien mit der Aktienrisikoprämie passiert?