Diversifikation
Diversifikation bedeutet, Geld auf Anlagen zu verteilen, die nicht alle gleichzeitig an Wert verlieren, sodass ein Rückgang bei einer Position durch Stabilität oder Gewinne bei anderen ausgeglichen wird. Sie senkt das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen, eine Branche oder ein Land das Ergebnis bestimmt – im Tausch gegen die Chance auf einen überdurchschnittlichen Gewinn aus einer einzigen, konzentrierten Wette.
Warum das wichtig ist
Die meisten Konzepte zum Portfolioaufbau in der deutschen Privatfinanzwelt bauen auf Diversifikation auf: Ob Konzentrationsrisiko, Home Bias oder Rebalancing auf eine bestimmte Position zutreffen, hängt jeweils davon ab, wie breit sie bereits gestreut ist. Das ist auch der praktische Grund, warum indexnachbildende ETFs (Exchange Traded Funds) existieren — ein einzelner Fonds kann Hunderte oder Tausende Unternehmen halten und leistet mit einem einzigen Kauf, wofür sonst Dutzende einzelne Trades nötig wären. Wer Diversifikation zuerst versteht, kann diese nachgelagerten Konzepte und die Mechanik einzelner Anlageklassen leichter nach eigenen Maßstäben beurteilen.
Beispielrechnungen
1. Konzentration versus Streuung — ein einzelnes Unternehmen im Vergleich zu vielen. Eine Anlegerin steckt 10.000 € in Aktien eines einzelnen Unternehmens. Hat dieses Unternehmen ein schlechtes Jahr und verliert 40 % seines Werts, verliert sie 4.000 € (10.000 € x 0,40). Dieselben 10.000 €, verteilt auf einen Index aus 500 verschiedenen Unternehmen, sind nur in dem Maß betroffen, in dem der Durchschnittswert der Unternehmen in diesem Jahr gefallen ist — beispielhaft 8 %, ein Verlust von 800 € (10.000 € x 0,08). Diversifikation verhindert keinen marktweiten Rückgang; sie beseitigt das zusätzliche Risiko, dass das Schicksal eines einzelnen Unternehmens das gesamte Ergebnis bestimmt.
| Portfolio | Zusammensetzung | Verlust in einem schlechten Jahr (beispielhaft) |
|---|---|---|
| Konzentriert | 10.000 € in einem Unternehmen | -40 % -> -4.000 € |
| Diversifiziert | 10.000 € auf 500 Unternehmen verteilt | -8 % im Durchschnitt -> -800 € |
2. Diversifikation über Anlageklassen und Länder hinweg. Ein Portfolio mit Unternehmen aus nur einem Land trägt länderspezifisches Risiko — eine nationale Rezession, ein Währungsschock oder eine regulatorische Änderung trifft das gesamte Portfolio auf einmal. Wird derselbe Betrag auf Unternehmen in Dutzenden Ländern verteilt und werden Aktien mit volatilitätsärmeren Anlageklassen wie Anleihen gemischt, verengt sich die Bandbreite möglicher Ergebnisse weiter. Der Tausch wirkt in beide Richtungen: Eine konzentrierte Wette, die aufgeht, übertrifft ein diversifiziertes Portfolio — aber es gibt keine Möglichkeit, im Voraus zu wissen, welche konzentrierte Wette aufgehen wird.
Teste dich selbst
Eine Anlegerin hält Aktien von 20 verschiedenen Unternehmen, aber alle 20 sind Fluggesellschaften mit Sitz im selben Land. Die Treibstoffpreise schnellen nach oben, und die Aktien der Fluggesellschaften fallen branchenweit stark. Was zeigt das?
Ein Portfolio von 20.000 € ist auf 400 Unternehmen in verschiedenen Ländern und Branchen verteilt. In einem Abschwung fällt der Durchschnittswert dieser Unternehmen um 6 %. Wie viele Euro verliert die Anlegerin?
Was von Folgendem erhöht die Diversifikation eines Portfolios tatsächlich? Wähle alle zutreffenden Antworten.
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