Sparplan
Ein Sparplan ist eine Daueranweisung, die automatisch einen festen Betrag in regelmäßigen Abständen in ein Spar- oder Anlageprodukt überweist. Ein eingerichteter Sparplan ersetzt die monatliche Entscheidung („Spare ich diesen Monat?") durch eine wiederkehrende Überweisung, die Bank oder Broker zu einem festen Termin ausführt – egal ob auf ein Tagesgeldkonto oder in einen ETF.
Warum das wichtig ist
Pay-yourself-first – Sparen als festen Posten behandeln statt als das, was am Monatsende übrig bleibt – funktioniert nur, wenn die Überweisung tatsächlich stattfindet, ohne dass jedes Mal neu entschieden wird. Ein Sparplan ist der Mechanismus, der genau das automatisch macht: Das Geld wird verschoben, bevor es für etwas anderes ausgegeben werden kann.
Für alle, die eine Position in einem ETF (börsengehandelter Fonds) aufbauen, ist ein Sparplan auch der Standardweg, um regelmäßig statt über gelegentliche Einmalzahlungen zu investieren. Er ist die operative Grundlage für den Durchschnittskosteneffekt – einen Effekt, der erst sichtbar wird, wenn die Kaufpreise zwischen den Perioden schwanken.
Rechenbeispiele
1. Sparplan auf ein Sparkonto. Ein Dauerauftrag überweist am 1. jedes Monats 200 € von einem Girokonto auf ein Tagesgeldkonto. Nach 12 Monaten sind 2.400 € zusammengekommen, zuzüglich der Zinsen, die das Konto zahlt. Der überwiesene Betrag und das Zielkonto bleiben beide fest.
2. ETF-Sparplan und Durchschnittskosteneffekt. Ein Sparplan auf einem Broker-Depot kauft jeden Monat für 150 € einen Aktien-ETF. Weil sich der Kurs pro Anteil bewegt, kaufen die 150 € jedes Mal eine andere Anzahl an Anteilen:
| Monat | Kurs pro Anteil | Gekaufte Anteile (150 € ÷ Kurs) |
|---|---|---|
| 1 | 10 € | 15,00 |
| 2 | 20 € | 7,50 |
| 3 | 5 € | 30,00 |
Investiert insgesamt: 450 €. Anteile insgesamt: 52,5. Durchschnittlicher Preis pro Anteil: 450 € / 52,5 ≈ 8,57 € – niedriger als der einfache Durchschnitt der drei genannten Kurse (11,67 €), weil der feste Eurobetrag bei niedrigem Kurs mehr Anteile kauft. Das ist die mechanische Grundlage des Durchschnittskosteneffekts.
Dieser niedrigere Durchschnitt ist eine rechnerische Eigenschaft des Kaufs eines festen Eurobetrags – bei niedrigem Kurs werden mehr Anteile gekauft – und kein Beleg dafür, dass gestrecktes Kaufen das Anlegen derselben Summe auf einmal schlägt. Langfristige Forschung kürt den Durchschnittskosteneffekt nicht zum Sieger: Über Jahrzehnte an Marktgeschichte fand Vanguard, dass das sofortige Anlegen einer Einmalsumme das Strecken in rund zwei Dritteln der Zeiträume übertraf, weil Märkte häufiger steigen als fallen [1]. Gestrecktes Kaufen senkt vor allem das Risiko, alles kurz vor einem Rückgang einzusetzen. Die echten Stärken eines Sparplans sind verhaltensbezogen und logistisch: Er legt Einkommen an, sobald es eintrifft, nimmt die wiederkehrende Entscheidung ab und umgeht die Lähmung, den Einstiegszeitpunkt treffen zu wollen – ein Mechanismus für regelmäßiges Anlegen, kein Trick, um eine Einmalanlage zu schlagen.
Teste dich selbst
Ein ETF-Sparplan kauft jeden Monat für 150 € einen Fonds. Der Kurs pro Anteil beträgt 10 € in Monat 1, 20 € in Monat 2 und 5 € in Monat 3. Wie hoch ist der durchschnittliche Preis pro Anteil (in Euro, investierter Gesamtbetrag geteilt durch gekaufte Gesamtanteile)?
Was ist ein Sparplan, ganz genau genommen?
Welche der folgenden Aussagen zu einem Sparplan treffen zu? (Wähle alle zutreffenden Antworten aus.)
Quellen
- Vanguard — Dollar-cost averaging vs. lump-sum investing (historische Analyse: das sofortige Anlegen einer Einmalsumme übertraf den Durchschnittskosteneffekt in etwa zwei Dritteln der Zeiträume), https://investor.vanguard.com/investor-resources-education/online-trading/dollar-cost-averaging-vs-lump-sum (2023)